Einfach gut schreiben lernen

Grundlagen der Textproduktion

Damit ich als Lehrperson meinen Schülerinnen und Schülern in ihrem Prozess des Schreibens gezielt Hilfe anbieten kann, muss ich die wichtigsten Komponenten des Schreibprozesses und deren Zusammenspiels  kennen. Hier können die Hintergründe des Texteschaffens nachgelesen werden. Es werden das Orchestermodell sowie die fünf Akteure der Textproduzierens vorgestellt.

 

Das Orchstermodell

Welches sind die wichtigsten Prozesse beim Texteschreiben?

Das Modell besteht aus den vier Hauptkomponenten:

  • Analyse der Aufgabe
  • Netz der Zusammenhänge bilden
  • Niederschreiben
  • Prüfkomponente und Exekutive

Die Grundidee dieses Textproduktionsmodells besteht darin, die einzelnen Hauptkomponenten so zu koordinieren, dass ein guter Text entsteht. Diese Koordination übernimmt die Exekutive. Baer et al. (1995) verdeutlichen dies mit der Metapher des Orchesters. Damit die zu interpretierende Musik, die Zuhörer:innen erfreut, muss eine gut koordinierte Interaktion zwischen Musiker:innen und Dirigent:in bestehen. Ebenso muss ein geordnetes Zusammenwirken der einzelnen Musiker:innen untereinander gegeben sein. Der / die Dirigent:in wird also im Textproduktionsmodell zur Exekutiven und die Musiker:innen zu den verschiedenen Hauptkomponenten.

Orchestermodell der Textproduktion nach Baer et al. (1995)

Akteure des Textproduzierens

Damit die Schüler:innen sich etwas Konkretes unter den einzel­nen Komponenten des Textproduktionsmodells vorstellen können, haben wir sie personifiziert. Sie stellen sich selber vor und erklären, was sie zum Erstellen eines Textes beitragen können.

Ich heisse Analysisus und analysiere die Schreibaufgabe. Dabei überlege ich mir, für wen der Text bestimmt ist, und was er bei Leser bewirken soll. Ich entscheide mich auch für eine Textsorte und den Schreibstil. Das alles halte ich in der «Vermisstmeldung» fest.

Ich heisse Studiosus und weiss genau, was es alles braucht, um einen guten Text zu schreiben. Wenn meine Freunde: Analysisus, Netzus, Textus und Prüfius am Texteschreiben sind, achte ich darauf, dass sie nicht durcheinanderschwatzen. Ich rufe daher jeden einzelnen erst dann auf, wer er wirklich benötigt wird.

Ich heisse Netzus und habe immer viele gute Ideen. Diese suche ich in meinem Gedächtnis, in Büchern, im Internet etc. Wenn ich zu einem Thema viele Informationen und Ideen gesammelt habe, entscheide ich, wie sie zueinander passen. So erhalte ich ein Netz von Zusammenhängen. Das zeigt die Grundidee des künftigen Textes.

Ich heisse Prüfius und kontrolliere die «Vermisstmeldung» von Analysius und schaue ob die Ideen von Netzus in seinem Netz mit dem Ergebnis von Analysius übereinstimmen. Beim Textus überprüfe ich, ob er die Ideen von Netzus im Text verwendet hat und ob er im Text die Anforderungen von Analysius beachtet hat.

Ich heisse Textus und schreibe den Text. Zuerst bestimme ich die Reihenfolge der Gedanken. Dann formuliere ich gute Sätze und achte dabei auf die Rechtschreibung und die Satzzeichen.