Wie lassen sich Schulentwicklung und Veränderungsprozesse im Schulalltag gestalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forum Starke Volksschulen Schwyz. Praxisberichte aus Schulen und Präsentationen von Zertifikatsarbeiten boten Einblicke in Herausforderungen und Lösungsansätze aus der Schulleitungspraxis.
Am 20. Mai 2026 fand das Forum «Starke Volksschulen Schwyz» an der Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon statt. Schulleitungen sowie Leitungs- und Fachpersonen aus dem Bildungsbereich nutzten die Veranstaltung, um Einblicke in aktuelle Fragestellungen aus Schulentwicklung und Führung zu gewinnen. Organisiert wurde das Forum vom Amt für Volksschule und Sport (AVS) des Kantons Schwyz, dem Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schwyz und der PH Schwyz.
Schulentwicklung in der Praxis
Den Auftakt des Forums bildeten zwei Referate zu umgesetzten Schulentwicklungsprojekten. Dr. Christa Wehrli, Rektorin der Bezirksschulen Schwyz, stellte die Weiterentwicklung eines Schulverbunds mit sieben Mittelpunktschulen vor. Im Fokus standen gemeinsame Vorhaben wie Lernlandschaften, Begabungs- und Begabtenförderung, IT-Kompetenzen und schulhausübergreifende Fachteams. Sie thematisierte auch die Herausforderungen, die mit Veränderungsprozessen in einer grossen Schulorganisation verbunden sind. Wehrli zeigte, wie gemeinsame Ziele und verbindliche Strukturen dazu beitragen, die Schulentwicklung über verschiedene Standorte hinweg zu koordinieren.
Judith Signer, Prorektorin Pädagogik der Schulen Küssnacht am Rigi, rückte in ihrem Referat einen konkreten Entwicklungsprozess in den Mittelpunkt. Sie ging der Frage nach, wie Lehrpersonen im Umgang mit herausforderndem Verhalten von Schülerinnen und Schülern besser unterstützt werden können. Signer erläuterte, wie Schulen solche Situationen systematisch bearbeiten können – von der Analyse der Ausgangslage über die Erprobung neuer Ansätze bis zur Verankerung wirksamer Massnahmen im Schulalltag. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Schulentwicklung häufig bei konkreten Beobachtungen im Unterricht beginnt und von Lehrpersonen selbst angestossen wird.
Fragestellungen aus dem Führungsalltag
Im zweiten Teil des Forums präsentierten sechs Absolventinnen und Absolventen des CAS Schulleitung ihre Zertifikatsarbeiten. Ausgangspunkt waren Fragestellungen aus dem Führungsalltag. Die Arbeiten befassten sich beispielsweise mit der Integration eines Transkindes in der Primarschule, der Einführung des neuen Schwyzer Beurteilungsreglements oder der Implementierung von Förderklassen.
Im Zentrum stand dabei nicht die Suche nach Patentlösungen. Die Präsentationen zeigten vielmehr, wie Schulleitungen Herausforderungen analysieren, Entscheidungen begründen und Schulentwicklungsprozesse gestalten. Dabei verbanden sie Erfahrungen aus der Praxis mit theoretischen Modellen und reflektierten ihre eigene Führungsrolle. Die vorgestellten Arbeiten boten konkrete Einblicke, Erfahrungen und Denkanstösse.
Den Abschluss des Forums bildeten Informationen aus dem Amt für Volksschule und Sport sowie der PH Schwyz. Dr. Tanja Grimaudo Meyer, Vorsteherin des AVS, und Prof. Dr. Kathrin Futter, Rektorin der PH Schwyz, informierten über aktuelle Projekte und Themen aus dem Bildungsbereich. Beim anschliessenden Apéro konnten die Teilnehmenden Gespräche weiterführen und sich informell austauschen.