Aktuelle Projekte am IPP

Was hält Lehrpersonen in der Schule? – Verbleibensfaktoren im Schulkontext verstehen (What keeps teachers going? — Understanding retention factors in schools)

Dieses vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Forschungsprojekt adressiert die Frage, welche Faktoren den Verbleib von Lehrpersonen in der Organisation, bzw. im Beruf fördern. Theoretisch baut das Projekt auf dem Konzept der «Embeddedness»  auf. Dieses Konzept fasst zentrale Faktoren zusammen, die ein Individuum an eine Stelle oder einen Beruf binden (z.B. Passung zwischen der eigenen Kompetenz und den beruflichen Anforderungen, soziale Bindungen, mögliche Verluste bei einem Wechsel). In einem ersten Schritt werden die kontextuellen und individuellen Faktoren untersucht, die die Bindung an eine Stelle oder Beruf beeinflussen. Danach wird der Einfluss solcher Bindungen auf die Kündigungsabsicht und die tatsächliche Fluktuation analysiert. Diese Aspekte werden sowohl für Berufseinsteiger als auch Lehrpersonen in der mittleren Laufbahnphase untersucht. Methodisch basiert die Analyse auf einer längsschnittlichen quantitativen Studie mit drei Messzeitpunkten über zwei Jahre. Die Studie kombiniert zur Erforschung beruflicher Fluktuation von Lehrpersonen arbeits- und organisationspsychologische Konzepte mit Erkenntnissen aus der Forschung zum Lehrberuf. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht ein vertieftes Verständnis darüber, wie der berufliche Verbleib von Lehrpersonen gefördert werden kann. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Reduktion der Lehrerfluktuation in der Schweiz und hilft dadurch u.a. mit, die Schulqualität möglichst hoch zu halten. (Projektteam PHSZ: Prof. Dr. Martin Gubler, Dr. Anita Sandmeier, Kooperationspartner: Universität Bern: Prof. Dr. Andreas Hirschi, PD Dr. Daniel Spurk, Julia Velasquez; Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds, 04/2017 - 03/2020)
Projektwebsite mit Teilnahmeinformationen für Schulen

Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers (5C)

Die internationale Studie "5C" (Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers; www.5C.careers) erforscht das Thema ‚Berufsverlauf und Karriere‘ in rund 30 Ländern weltweit. Im bisher grössten und umfassendsten Projekt dieser Art wird untersucht, was Individuen in verschiedenen Ländern, Kulturen, Berufsgruppen und Generationen unter ‚beruflicher Laufbahn‘ und ‚Karriere‘ verstehen, welche berufsbezogenen Ziele Menschen in unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen haben und wie zufrieden sie mit ihrem Berufsverlauf sind. Bisherige Resultate aus dem Projekt finden sich u.a. im Buch „Careers around the world“. Die PHSZ ist für die entsprechende Befragung und Auswertungen in der Schweiz verantwortlich. Zusätzlich zu den generellen Untersuchungen über alle Berufsgruppen hinweg sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertiefte professions- und länderübergreifende Analysen von Lehrpersonen geplant. (Projektteam Schweiz: Prof. Dr. Martin Gubler, Debbie Mandel, Kooperationspartner: Northern Illinois University (Prof. Dr. Jon Briscoe), Boston University (Prof. Dr. Douglas T. Hall), Wirtschaftsuniversität Wien (Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer), Cranfield University (Prof. Dr. Michael Dickmann und Dr. Emma Parry) sowie weitere Universitäten in über zwei Dutzend Ländern weltweit)

Die Kunst, sich als Lehrperson selbst zu managen. Ein Selbstregulationstraining als Beitrag zur Berufslaufbahn

Die hohe Ausstiegsrate von Lehrpersonen in den ersten fünf Berufsjahren führte weltweit – auch in der Schweiz – zum Ruf nach geeigneten Weiterbildungsprogrammen. Nachhaltig wirksame Trainingsprogramme in der Weiterbildung von Lehrpersonen sind bis anhin rar und bestehende Programme stehen in der Kritik, zu stark persönlichkeitsorientiert und zu wenig handlungs- und prozessorientiert zu sein. Als eine der zentralen professionellen Handlungskompetenzen von Lehrpersonen, die sich positiv auswirkt auf den Verbleib im Beruf, die weitere Berufslaufbahn, das Wohlbefinden und die Unterrichtsqualität gilt die Selbstregulationsfähigkeit. Das Ziel des vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Projektes ist es deshalb, diese mittels eines standardisierten Trainings (Intervention) im Rahmen einer Weiterbildung am Ende der Berufseinführungsphase zu stärken und den anschliessenden Transfer in die Praxis gezielt zu unterstützen. Dazu wurde ein Selbstmanagementtraining entwickelt. Ein zusätzliches face-to-face Coaching dient der individuellen Vertiefung. Ein Online-Coaching durch professionelle Beraterinnen und Berater unterstützt den Transfer des neu erworbenen Wissens und Könnens sowie die Umsetzung von selbst gesetzten Zielen über die Weiterbildung hinaus in die Praxis. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Klärung der Frage, wie Lehrpersonen in ihrer Selbstregulation professionell unterstützt werden können. Durch den Vergleich verschiedener Interventionssettings wird untersucht, welche Settings zur Förderung der Selbstregulation besonders geeignet sind. Dies ist für die Gestaltung entsprechender Angebote in der Aus- und Weiterbildung über den Berufseinstieg hinaus zentral. (Kooperationsprojekt mit der PH Zürich / Co-Projektleitung: Prof. Dr. Simone Berweger (PH Schwyz, Mitantragstellerin) und Prof. Dr. Christine Bieri Buschor (PH Zürich, Hauptgesuchstellerin); Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds, SNF_100019_175878, Laufzeit: 01.2018 - 06.2021)
Manual «Weiterbildung in der Berufseinstiegsphase – ein Selbstmanagement- Training für Lehrpersonen»

Ältere Projekte

Der Wert beruflicher Weiterbildung

Jährlich werden in der Schweiz rund 1.5 Mia. CHF in berufliche Weiterbildung investiert, doch der Nutzen dieser Investitionen ist für Organisationen derzeit nicht quantifizierbar. In einem von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) geförderten Projekt greift die Pädagogische Hochschule Schwyz (PHSZ) dieses Thema auf, zusammen mit der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), vier grossen Organisationen aus dem Dienstleistungsbereich sowie einer auf Personalmanagement spezialisierten Beratungsfirma. Ziel des Projekts ist es, ein innovatives, wissenschaftlich basiertes und praxistaugliches Instrumentarium zur Messung von Lerntransfer beruflicher Weiterbildung zu entwickeln und zu validieren. Zudem wird ein neues Berechnungsmodell entwickelt, das es Organisationen ermöglicht, den Return on Education (ROE) ihrer Weiterbildungsinvestitionen zu ermitteln. Dies soll es Organisationen zukünftig erlauben, innerbetriebliche Lernprozesse als Grundlage für ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu qualifizieren und quantifizieren.
(Projektteam PHSZ: Prof. Dr. Martin Gubler, Dr. Anita Sandmeier, Kooperationspartner: Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), Center for Accounting & Controlling (Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch))
Projektwebsite

Einmal Lehrer - (doch nicht) immer Lehrer?!

Anhand der Laufbahnverläufe von mehr als 1800 Primarlehrpersonen aus dem Kanton Bern (Herzog et al., 2007) untersuchen wir mittels Sequenzanalyse (Optimal Matching Analysis), welche Laufbahnmuster sich bei Lehrpersonen finden, ob sich diese Muster über verschiedene Kohorten hinweg verändern und ob sich Prädiktoren für bestimmte Karriereverläufe identifizieren lassen.
Projektteam PHSZ: Prof. Dr. Martin Gubler
Kooperationspartner: Universität Mannheim, Lehrstuhl für ABWL, Personalmanagement und Führung (Prof. Dr. Torsten Biemann)

Kontakt

Martin Gubler
Bereichsleiter Leitung und Organisation
Pädagogische Hochschule Schwyz
Zaystrasse 42
CH-6410 Goldau
T +41 41 859 05 55
martin.gubler @ phsz.ch