Drei ausgezeichnete Bachelorarbeiten mit hohem Praxisnutzen
Mai 2025 präsentierten über 70 Studierende der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PH Schwyz) ihre Bachelorarbeiten. Drei Arbeiten wurden von einer Kommission für ihren besonderen Nutzen im schulischen Kontext, eine relevante Fragestellung, methodische Stringenz und reflektierte Analysen ausgezeichnet. Es sind dies die Arbeiten von Lea Feusi, Carmen Schuler, Sarina Hensler und Tina Zemp aus den Kantonen Schwyz und Luzern.
Theaterpädagogik zur Förderung von Kindern mit ADHS
Den angehenden Primarlehrerinnen Lea Feusi (Feusisberg) und Carmen Schuler (Freienbach) war es ein besonderes Anliegen, Kinder mit ADHS im schulischen Kontext zu unterstützen. In ihrer Partnerarbeit untersuchten sie, wie sich durch Theaterpädagogik exekutive Funktionen bei Kindern mit ADHS auf Primarstufe fördern lassen, darunter Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle (Inhibition) und kognitive Flexibilität. Gestützt auf eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung und eigene theaterpädagogische Erfahrungen analysierten sie die Eignung theaterpädagogischer Spiele zur Unterstützung bei ADHS. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Übungen nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch soziale und emotionale Kompetenzen stärken können. Die Erkenntnisse der Arbeit bieten Lehrpersonen konkrete Hinweise, wie sich exekutive Funktionen bei Kindern mit und ohne ADHS gezielt fördern lassen.
Inklusion von Anfang an
Sarina Hensler (Steinen) widmete sich in ihrer Bachelorarbeit der Frage, wie eine integrative und inklusive Schule gelingen kann. Trotz positiver Entwicklungen stehen Schulen vor Herausforderungen und es werden Stimmen laut, die eine Rückkehr zu Kleinklassen und Sonderschulen befürworten. Hensler analysierte anhand von Fachliteratur zentrale Prinzipien, die eine inklusive Schule ermöglichen, darunter adaptiver Unterricht, Individualisierung, Handlungsorientierung, Lernen am gemeinsamen Gegenstand und Partizipation. Besonderes Gewicht legte die angehende Kindergartenlehrerin auf konkrete Massnahmen, die sicherstellen, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen in der Regelschule gefördert und integriert werden können. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass die Haltung der Lehrpersonen einen zentralen Erfolgsfaktor darstellt. Gleichzeitig wird deutlich, dass strukturelle und ressourcenbezogene Hürden in vielen Schulen den integrativen und inklusiven Prinzipien im Weg stehen.
Psychische Gesundheit an Schulen
Angesichts zunehmender psychischer Belastungen junger Menschen gewinnt die Schule als prägender Lebensraum an Bedeutung. Die angehende Primarlehrerin Tina Zemp (Sursee) untersuchte in ihrer Bachelorarbeit, wie Lehrpersonen an Primarschulen im Kanton Luzern zur Förderung der psychischen Gesundheit beitragen. Basierend auf Fachliteratur und Interviews zeigt sie auf, dass Lehrpersonen eine Schlüsselrolle als Bezugspersonen und Förderer emotionaler Kompetenzen einnehmen. Viele engagieren sich eigeninitiativ, um auf Belastungen bei Schülerinnen und Schülern einzugehen, stossen dabei jedoch auf Hindernisse wie Zeitmangel, unklare Vorgaben oder fehlende Weiterbildungen. Um die psychische Gesundheit langfristig im Schulalltag zu verankern, sind laut Zemp klare Leitlinien, verbindliche Konzepte sowie gezielte Ressourcen auf personeller, organisatorischer und finanzieller Ebene notwendig.
5. Juni 2025