Digitale Medien auf Sekundarstufe: Wie kann es gelingen?
Im Auftrag des Schulamts der Stadt Zürich hat das Institut für Medien und Schule (IMS) der PHSZ gemeinsam mit INFRAS das Projekt «KITS Next Generation (Etappe 2)» evaluiert. Mit dem Projekt werden die IT-Infrastrukturen und der entsprechende pädagogisch-didaktische Support an den Stadtzürcher Sekundarschulen ausgebaut und weiterentwickelt. Dazu gehört neben einer 1:2-Geräteausstattung die Etablierung eines fakultativen BYOD-Konzepts (Bring Your Own Device) auf Sekundarstufe I.
Fokus der Evaluation war die Frage, wie die Schulen digitale Medien in die Unterrichts- und Schulprozesse integrieren und welche fördernden und hemmenden Bedingungen hierfür existieren. Dazu wurden mittels Online-Fragebogen und Interviews die schulischen Nutzungsformen, die Kompetenzen und Einstellungen von Lehrpersonen und Schüler:innen sowie vorhandene Weiterbildungs- und Austauschmöglichkeiten erhoben.
Es besteht Entwicklungsbedarf
Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Medien im Unterricht vielfältig eingesetzt werden, wobei traditionelle Unterrichtsformen wie Frontalunterricht und digitale Übungsgelegenheiten dominierend sind. Beim individualisierten, selbstregulierten und kollaborativen Lernen mit digitalen Medien besteht weiterhin Entwicklungsbedarf. In Bezug auf die Kompetenzen zum Lernen mit digitalen Medien ist, trotz hoher Selbsteinschätzung der Schüler:innen, in spezifischen Bereichen (zum Beispiel in der Informationskompetenz und bei digitalen Lernkompetenzen) eine vertiefte Thematisierung im Unterricht notwendig.
Die Evaluation macht deutlich, dass die Integration persönlicher digitaler Geräte im Unterricht einen umfassenden Schulentwicklungsprozess erfordert. Damit dies gelingen kann, sollten vor allem die schulinternen Qualifikations-, Austausch- und Kollaborationsmöglichkeiten zu effektiven Lernszenarien mit digitalen Medien ausgebaut werden. Pädagogische ICT-Supporter:innen übernehmen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle, die es weiter zu stärken gilt.
5. Mai 2023