28.06.2022

Vermittlung von Baukultur: Bildung und Wirtschaft spannen zusammen


Bilder: Lukas Imhof (Galerie: Klick auf Foto)

Forschung und Praxis im Dialog für eine starke und zukunftsgerichtete Bildung: Das war das Ziel des ersten Netzwerkanlasses der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ) und der Unternehmensplattform Schwyz Next am 22. Juni.

Bei dem Treffen, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Bildung teilnahmen, ging es um die Vermittlung von Baukultur: Was ist Baukultur, welchen Wert und Einfluss hat sie in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und warum bzw. wie sollte sie vermittelt werden?

Gila Kolb, Leiterin Forschungsprofessur Fachdidaktik der Künste der PHSZ und Lea Weniger, wissenschaftliche Mitarbeiterin, stellten in ihrem Inputreferat dazu aktuelle Erkenntnisse aus der Fachdidaktik der Künste vor mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit, Digitalität und Diversität. Im Zentrum stand dabei das neue, partizipative Forschungsprojekt zur Baukulturellen Bildung. Dieses schliesst sich an das Unterrichtskonzept «Kinder erkunden die lokale Baukultur» an, das von der PHSZ und der Bildschule Zug entwickelt wurde und im März erschienen ist. Im Projekt «Commoning ländliche Baukultur» geht es nun um die Bedeutung, die Baukultur für Kinder und Jugendliche hat, insbesondere im ländlichen Raum: «Wir interessieren uns für die Perspektiven der Heranwachsenden, denn sie nutzen und besitzen die Baukultur der Zukunft», so Gila Kolb.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion ging es um die Sichtweise und den Einbezug der Praxis. Unter dem Leitgedanken «Baukultur ist nicht nur Architektur, sondern Allgemeinbildung, und Allgemeinbildung geht alle an» eröffnete Silvio Herzog, Rektor der PHSZ, die Diskussion mit der Frage, welche Rolle Baukultur und baukulturelle Bildung im Kanton Schwyz einnehmen.

Denkmalpflegerin Monika Twerenbold unterstrich die Bedeutung von baukultureller Vermittlung und Bildung, insbesondere visuell. «Eine Sehschule, in der die Kinder und Jugendlichen lernen, richtig hinzuschauen, kann sehr effektiv sein. Fachpersonen aus Denkmalpflege und Architektur wären dafür die richtigen Partner für die Schulen.»

Gila Kolb und Lea Weniger erachten die Teilhabe, die Mitgestaltung der Heranwachsenden als entscheidend: «Der öffentliche Raum gehört allen, auch Kindern und Jugendlichen. Ihre Perspektive müssen wir wahrnehmen und einbeziehen, denn sie sind die Baukulturexperten und -expertinnen von morgen.»

Karl Schönbächler, BSS Architekten, äusserte Kritik an der hiesigen bebauten Umwelt, die das Resultat veralteter Planungsinstrumente und fehlender Vorbilder wie auch einschränkender Gesetzgebungen sei. An einigen Stellen fehle das Wissen. Umso wichtiger sei die Bildung: «Nur mit Partizipation kommen wir nicht weiter, wir müssen als Grundlage das entsprechende Wissen vermitteln.»

In der Summe waren sich die Beteiligten einig, dass Baukulturelle Bildung einen wesentlichen Einfluss auf die Landschaft von morgen hat. Im anschliessenden Stehlunch wurden erste Ideen für die Zusammenarbeit zwischen der PHSZ und der Wirtschafts- und Kulturförderung im Kanton Schwyz und darüber hinaus angeregt diskutiert.

Informationen Schwyz Next

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