31.05.2022

Ukraine-Flüchtlinge: «Die Schule hat eine zentrale Bedeutung»


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Simon Stadler, Nationalrat des Kantons Uri, Prof. Dr. Elena Makarova, Bildungswissenschaftlerin der Universität Basel, Dr. Christa Wehrli, Rektorin der Bezirksschulen Schwyz und Dr. Guido Estermann, Dozent an der PHSZ, trafen am 19. Mai 2022 an der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ) zu einem Podiumsgespräch zusammen. Gemeinsam erörterten sie die Wirkungen und Folgen des Ukraine-Krieges auf die Schulen und die Gesellschaft.

Potenzial der Geflüchteten nutzen und Zugang zu Bildung vereinfachen
Als Schweizerin ukrainischer Herkunft konnte Elena Makarova aus erster Hand über die Situation der Menschen in der Ukraine und für die Geflüchteten hier vor Ort berichten. Nachdrücklich lobte sie die Solidarität hierzulande und insbesondere die unbürokratische Unterstützung, so bei der Integration der Kinder in den Schulen. «Ein Drittel der Geflüchteten sind Kinder, die Schule hat somit eine zentrale Bedeutung». Gleichzeitig regte sie an, dass Potenzial, das die Menschen mitbrächten, bei der Bewältigung der Krise zu nutzen. So gebe es unter den Geflüchteten Lehrpersonen und Fachpersonen aus der psychosozialen Betreuung.

Christa Wehrli informierte über den Status der Bezirksschulen Schwyz. Man habe entschieden, die ukrainischen Kinder zunächst in Integrationsklassen zu betreuen, wo es ihnen möglich sei, sich in einem geschützten Rahmen zu bewegen und sich in ihrer Sprache auszutauschen. Die Erkenntnisse seien durchweg gut, man habe viel Erfahrungen im Bereich Integration. Sie verwies aber auch auf den privilegierten Status, der anderen Gemeinden fehlen würde: «Wir im Bezirk Schwyz haben die Ressourcen und können bei der Integration, bei kulturellen Angeboten und den Infrastrukturen viel leisten.»

Auf die Frage, was die Politik leisten und fördern könne, antwortete Simon Stadler mit «Verständnis und Toleranz». Man könne ausserdem den Zugang zur Bildung vereinfachen. Andererseits müsse man mehr gegen den Mangel an Lehrpersonen tun: «Wir müssen den Schulen Ressourcen zur Verfügung stellen. Wir brauchen genügend Lehrpersonen und Fachpersonen aus der Betreuung und Heilpädagogik.»

Informationsveranstaltungen, Kurse und Beratungen
Das Podiumsgespräch war eine von mehreren Massnahmen, die die PHSZ im Kontext des Ukraine-Krieges für Lehrpersonen, Schulleitungen, Studierende, Mitarbeitende und andere Interessierte lanciert hat. Ende April referierte die ehemalige Tagesschausprecherin Katja Stauber zu Informationsbeschaffung und Propaganda in Kriegszeiten. Dr. Martin Hermida der PHSZ berichtete anschliessend über seine Erfahrungen aus Forschung und Praxis in der Mediennutzung von Schülerinnen und Schülern.

Im März gab es einen Informationsanlass zur Schulkultur in der Ukraine. Weiter wurden Kurse und Beratungsangebote entwickelt, die Schulen auf die Situation der Flüchtlinge und die Integration von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen vorbereitet.

31. Mai 2022






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