03.11.2021

Pandemie erhöht Arbeitsbelastung bei Schulleitungen


Schulleiterinnen und Schulleiter sind hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sind sie häufiger von psychischen und physischen Beanspruchungen betroffen. Das war bereits vor der Pandemie so.

Eine Studie des Instituts für Professionsforschung und Personalentwicklung (IPP) der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ) untersucht seit Juni 2021, welchen Einfluss die Covid-19-Pandemie auf die Arbeitsbelastung von Schulleitungen in der Schweiz hat. Ausserdem wird untersucht, welche Strategien die Schulleitungen zur Arbeitsbewältigung anwenden und welche Massnahmen zur Gesundheitsförderung sie an ihren Schulen implementiert haben.

Dafür wurden 385 Schulleiterinnen und Schulleiter aller Schulstufen aus 25 Kantonen befragt. Rund 68 Prozent der Befragten sind aus der Deutschschweiz, 27 Prozent aus der Romandie und 5 Prozent aus dem Tessin.

Verzicht auf Erholung, Freizeit oder Schlaf
Erste Studienergebnisse zeigen, dass sich ein Grossteil der Befragten trotz deutlich erhöhtem Arbeitsaufwand mehrheitlich gesund fühlt. Daneben gibt es jedoch eine stark belastete Gruppe: 29 Prozent berichten über ein reduziertes Wohlbefinden, 26 Prozent fällt es schwer, sich nach einem Arbeitstag zu erholen und 18 Prozent fühlen sich bei der Arbeit oft oder sehr oft erschöpft. Etwas mehr als die Hälfte der Schulleiterinnen und Schulleiter gab an, deutlich länger arbeiten zu müssen als vor der Pandemie. Weiter verzichten 43 Prozent oft oder sehr oft auf Erholung, Freizeit oder Schlaf, um die beruflichen Aufgaben zu erledigen. Rund 29 Prozent müssen in einem Arbeitstempo arbeiten, das sie als belastend und langfristig nicht durchhaltbar einschätzen.

Vor allem weibliche Schulleitungen berichten von höheren Stressbelastungen als auch von einem höheren Ausmass an gesundheitsgefährdender Arbeitsbewältigung und Erschöpfung. Das gleiche gilt für Schulleitungen, die noch nicht lange an ihrer Schule tätig sind: Sie fühlen sich durch das Arbeitstempo stärker belastet, verzichten mehr auf Erholung und fühlen sich öfters hilflos im Umgang mit den Stressoren der Corona-Pandemie als Schulleitungen, die schon länger im Amt sind.

Die Studie offenbart ausserdem, dass neben der Anstellungsdauer die Höhe des Pensums für Leitungsaufgaben und die IT-Ausstattung der Schule relevant sind für die Gesundheit: Je länger die Schulleitungen an ihrer Schule tätig sind, je höher ihr Leitungspensum und je besser die IT-Ausstattung ist, desto besser ist ihre Gesundheit.

Es besteht Handlungsbedarf
Die Ergebnisse weisen auf einen dringenden bildungs- und gesundheitspolitischen Handlungsbedarf hin, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Schulleitungen in der Schweiz zu verbessern und somit letztlich einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung einer hohen Bildungs- und Schulqualität zu leisten. Kantonale und kommunale Schulträger sind gefordert, die Arbeitssituation und die Anstellungsbedingungen der Schulleiterinnen und Schulleiter so zu gestalten, dass sie ihren Beruf gesund ausüben können. Dabei sind gerade in der anhaltenden Krise das Leitungspensum und die technische Ausstattung der Schule zu analysieren. Weiter gilt es, einen besonderen Fokus auf die Begleitung von Leitungspersonen mit noch wenig Erfahrung zu legen.

Der Bericht zu den Studienergebnissen gibt einen ersten Überblick über den Gesundheitszustand der Schulleiterinnen und Schulleiter in der Schweiz und über personelle und schulkontextuelle Zusammenhänge. Aktuell untersucht das Forschungsteam des IPP unter Leitung von Anita Sandmeier und Guri Skedsmo, inwiefern die Gesundheit der Schulleitungen mit den Strategien der Gesundheitsförderung in ihren Schulen zusammenhängt. Diese Ergebnisse werden im ersten Quartal des nächsten Jahres vorliegen.

3. November 2021






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