25.05.2021

Ausgezeichnete Bachelorarbeiten


Die diesjährige Präsentation der Bachelorarbeiten des Abschlussjahrgangs 2021 der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ) am 11. Mai wurde erstmals digital an der virtuellen PHSZ durchgeführt. Nach der Begrüssung durch Kathrin Futter, Prorektorin Ausbildung, stellten die 87 Absolvierenden der Kindergarten-Unterstufe und Primarstufe online vor Publikum ihre Arbeiten vor. Wie jedes Jahr wählte ein Expertenteam drei besonders gute Bachelorarbeiten aus:

Achtsamkeit zur Stress-Prävention
Die beiden angehenden Primarstufenlehrerinnen Daniela Brawand (32, Küssnacht, SZ) und Syrina Jeetun (37, Lachen) haben sich in ihrer Arbeit mit Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen zur Stressminderung und zur Steigerung des Wohlbefindens bei Schülerinnen und Schülern auseinandergesetzt. Dabei stützten sie sich auf ihre Erfahrungen in den Praktika und auf Erkenntnisse aus Studien. Basierend auf klassischen Übungen führten sie mit einer 4. Klasse über sechs Wochen eine Interventionsstudie durch, die Atemtechniken, Yoga und Übungen zur Wahrnehmung, Konzentration und Steigerung der Aufmerksamkeit beinhaltete. Für die fachliche Expertise liessen sie sich im Vorfeld durch eine erfahrene Achtsamkeitstrainerin schulen. Bei ihrer Auswertung stellten sie fest, dass die regelmässigen Übungen einen positiven Einfluss auf die Kinder hatten. So wurden Selbstwert, Entscheidungsfindung, Freude und Stolz gesteigert, die Kinder waren ruhiger und entspannter. Die signifikanten Unterschiede zur Kontrollgruppe, mit der keine Übungen durchgeführt wurden, bestätigten die Wirksamkeit. «Massnahmen zur Achtsamkeit ermöglichen vielfältige, positive Auswirkungen, von denen Schülerinnen und Schüler unbedingt profitieren sollten», so ihr gemeinsames Resümee.

Deutsch als Zweitsprache
In der Schweiz hat rund jedes vierte Kind bis 14 Jahre einen Migrationshintergrund. Bei der Einschulung sind die Deutschkenntnisse sehr heterogen, es gibt Kinder, die zu diesem Zeitpunkt keinerlei Deutsch sprechen. Das stellte auch Rolf Portmann (37, Oberägeri) fest, in dessen Praktikum 16 von 17 Kindern einen Migrationshintergrund hatten. Gemeinsam mit Lukas Bättig (31, Ballwil) untersuchte er im Rahmen der Bachelorarbeit, welche Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf das Erlernen von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) haben. Mittels Tests und Interviews stellten sie fest, dass die Kinder vor allem dann über bessere Sprachkenntnisse verfügten, wenn sie seit früher Kindheit und insbesondere zu Hause und in der Freizeit mit der Sprache regelmässig in Kontakt kamen. Dieser, als «Gelegenheit» benannte, Faktor hätte das grösste Potenzial für eine effektive Sprachförderung. Da er jedoch nicht von den Lehrpersonen direkt beeinflusst werden kann, empfehlen Bättig und Portmann eine obligatorische Frühsprachförderung, wie sie in einigen Kantonen bereits vorgeschrieben ist, sowie einen Leitfaden für Eltern.
Ausserdem seien bei geringen Sprachkenntnissen rasche Fortschritte innerhalb des DaZ-Unterrichts nötig. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die Kinder kognitiv unterfordert, aber sprachlich überfordert wären und dies könne sich negativ auf die Schullaufbahn auswirken. «Sprache ist zentral für Bildung und Chancengleichheit», sind sich die beiden einig.

Konfliktfähigkeit im Kindergarten
Simona Föhn (26, Schwyz) und Sonja-Lorena Krättli (27, Beckenried) suchten im Rahmen ihrer Bachelorarbeit nach Möglichkeiten, die Konfliktfähigkeit von Kindern auf Kindergartenstufe aufzubauen. Bei ihren Praxiseinsätzen machten sie die Beobachtung, dass Konflikte, und dort insbesondere der Interessenkonflikt, auf dieser Stufe häufig vorkommen. «In dem Alter begreifen Kinder zwar, dass das Gegenüber andere Gefühle hat, aber sie handeln oft noch aus eigenen Bedürfnissen heraus», so Föhn. Es gibt zwar pädagogische, konstruktive Ansätze zur Förderung der Konfliktfähigkeit, «aber wir haben bemerkt, dass diese oft auf Erwachsenenebene, beispielsweise in Gruppengesprächen, erfolgen», erklärt Krättli. Die beiden jungen Frauen entwickelten eine altersgerechte Unterrichtseinheit, die zur Steigerung der Konfliktfähigkeit den Fokus auf nonverbale Kommunikation und Theaterpädagogik legt. Die Einheit enthält neben Malen, Eigenwahrnehmung über Spiegel und Übungen zur Körpersprache den Einsatz eines Bilderbuches mit offenem Ende und dessen theatralische Umsetzung in Kleingruppen. Vor allem die Theaterpädagogik ermöglicht den Kindern ein Ausprobieren, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Die Unterrichtseinheit setzten sie in zwei Klassen ein. Dabei hätten die Kinder mit Begeisterung mitgemacht, jedoch sei wichtig, dass genügend Zeit für den Unterricht eingeräumt werde. Und noch ein Punkt wurde ihnen dabei besonders bewusst: «Konfliktfähigkeit ist nicht messbar», so Föhn und Krättli.

25. Mai 2021






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