07.01.2020

Wie Lehrpersonen gesund bleiben


(v.l.n.r) Anita Sandmeier, Julia Mühlhausen und Angela Oppenberg vom Team der WahLiS-Studie.

Welche Faktoren beeinflussen, dass Lehrpersonen langfristig gesund und engagiert in ihrem Beruf bleiben? Mit welchen Massnahmen kann die Schule als Arbeitgeberin dazu beitragen? Diese Fragen beleuchtet die sogenannte WahLiS-Studie, ein Kooperationsprojekt der PHSZ und der Universität Bern.

Gesund zu sein und zu bleiben, ist für die Ausführung jeder beruflichen Tätigkeit zentral. Im Lehrberuf, wo die Prozesse komplex und von intensiven Beziehungen mit jungen Menschen geprägt sind, kommt der Gesundheit eine besondere Bedeutung zu. Gesunde Lehrpersonen sind motivierter und bieten qualitätsvolleren Unterricht, was sich positiv auf die Lernfähigkeit und den Lernwillen von Schülerinnen und Schülern auswirkt. Das belegen einschlägige Studien. Wie aber können Schulen die Gesundheit von Lehrpersonen unterstützen? Dieser Frage geht die Pädagogische Hochschule Schwyz (PHSZ) gemeinsam mit der Universität Bern in der Studie «Was hält Lehrpersonen in der Schule?» (WahLiS) nach. Anhand einer mehrmals durchgeführten Online-Befragung sind die Mitarbeitenden von 60 Schulen der deutschsprachigen Schweiz untersucht worden.

Übergreifende Faktoren
Lehrpersonen identifizieren sich mehrheitlich stark mit dem Beruf und erleben diesen als inspirierend und begeisternd: Über 80 % der Studienteilnehmenden berichten über ein grosses Arbeitsengagement und grosse Zufriedenheit dem Lehrberuf gegenüber. In diesem erfreulichen Ergebnis der WahLiS-Studie unterscheiden sich die Schulen nicht. Dieses Gefühl ist auch der zentrale Grund, warum Lehrpersonen im Beruf bleiben. Dabei darf aber nicht aus dem Blickfeld geraten, dass sich knapp 20 % erschöpft und ausgelaugt fühlen.

Auf die Schule kommt es an
Neben diesem generellen Befund hat die Studie grosse Unterschiede zwischen den Schulen bei den gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen für Lehrpersonen festgestellt. Die Unterstützung und Wertschätzung, welche Lehrpersonen wahrnehmen, unterscheidet sich stark zwischen den Schulen. Eine unterstützende Zusammenarbeit ist jedoch grundlegend – nicht nur für die Ausübung des Berufs, sondern auch als wichtige Ressource zur Bewältigung von beruflichen Anforderungen. Das gilt insbesondere für Lehrpersonen, die neu in den Beruf einsteigen. Auch das individuelle Arbeitsengagement von einzelnen Lehrpersonen wird durch Kooperation und Wertschätzung positiv beeinflusst. Weiter fanden sich grosse Unterschiede zwischen den Schulen, wie eingebunden sich die Lehrpersonen fühlen: Nicht allen Schulen gelingt es gleich, die Lehrpersonen in ihre Schule zu integrieren. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Absichten der Lehrpersonen, ihren Arbeitsort zu verlassen.

Alle Akteure einbeziehen
Auch wenn bedeutsame gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen auf der Ebene der einzelnen Schule gestaltbar sind: Viele Faktoren sind und bleiben abhängig von den Rahmenbedingungen der Bildungspolitik und -verwaltung. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement an Schulen muss deshalb die Akteure aller Ebenen einbeziehen, ist Anita Sandmeier, Studienleiterin der PHSZ, überzeugt. «Um das berufliche Wohlbefinden und damit die Leistungsfähigkeit der Lehrpersonen systematisch und wirksam zu stärken, müssen Anforderungen und Ressourcen in eine Balance gebracht werden. Damit können das berufliche Wohlbefinden und die Eingebundenheit gesteigert und langfristig Absenzen und Fluktuation an den Schulen verringert werden.» Gerade zur Fluktuation will die Studie in den nächsten Monaten weitere Auswertungen machen. So hat sich gezeigt, dass die Absicht, den Beruf oder die Schule zu verlassen, nicht nur von den Belastungen und der Unterstützung vor Ort abhängt. Aufgrund der bisherigen Forschung ist davon auszugehen, dass die Eingebundenheit und die Kündigungsabsichten auch auf individuelle Motive zurückzuführen sind, wie die fehlenden Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten im Lehrberuf.






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