Fachtagung vom 30. Mai 2015

Do IT yourself

Die immer allgegenwärtiger werdenden IT-Produkte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks lassen sich praktisch kaum mehr selbst reparieren oder gar erweitern. Die IT-Industrie definiert abschliessend, was mit den Systemen möglich ist. Daneben entwickelt sich jedoch eine Do-It-Yourself-Hobbyszene, die mit immer günstiger werdenden Elektro- und Elektronikteilen eigene Apparate und Systeme entwickelt und an so genannten Makers Faires ihre Ergebnisse und Erfahrungen austauscht. Diese Wiederentdeckung des neudeutsch Tinkering genannten Tüftelns und Ausprobierens ist für die Schule aus verschiedenen Gründen interessant:

  • Konstruktionismus: Aktuelle Lerntheorien gehen davon aus, dass Wissen nicht einfach vermittelt, sondern vom Lernenden selbst aufgebaut (re-konstruiert) werden muss. Im Konstruktionismus (angelehnt an den Konstruktivismus) steht das aktive Handeln und die Herstellung eines persönlich relevanten Produkts im Mittelpunkt eines erfolgreichen Lernprozesses.
  • Informatik: Konzepte der als abstrakt geltenden Informatik lassen sich konkret und im wahrsten Sinne des Wortes be-greifbar machen. Mit der Integration von Informatik im Lehrplan 21 gewinnt die zielstufengerechte Vermittlung von Informatik in der Schweiz an Bedeutung.
  • MINT: Über die Informatik hinaus bietet Tinkering eine weitere Zugangsmöglichkeit für viele Inhalte im MINT-Bereich. Etwas machen statt nur darüber zu reden kann auch einen Ausgleich zur oft als sprachlastig wahrgenommenen Schule bieten.

Do IT yourself! - Der Titel der Tagung soll auch programmatisch dafür stehen, dass die Zeit des Redens über Informatik in der Schule nun vorüber ist. Der Lehrplan 21 ist da - und mit ihm der Teillehrplan "Medien und Informatik". Jetzt geht es darum, die definierten Kompetenzen in die Tat umzusetzen. Die Fachtagung bietet dafür Impulse und viele praktische Ideen.

Hauptvorträge

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Heidi Schelhowe

Prof. Dr. Heidi Schelhowe:
Vom Machen und vom Denken. Von Computern und von Menschen.

Heidi Schelhowe ist Hochschullehrerin für "Digitale Medien in der Bildung" an der Universität Bremen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich Software- und Hardwareentwicklung für Bildungskontexte, Interaktionsdesign, Be-Greifbare Interaktion, Full-Body-Interaction und Mobile Technologien.

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Frédéric Thiesse

Prof. Dr. Frédéric Thiesse:
Vom Consumer zum Prosumer - wie der 3D Druck Geschäftsmodelle verändert

Frédéric Thiesse ist Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung an der Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich
Digital Fabrication / 3D-Druck, Mobile & Ubiquitous Business und Geschäftsmodellinnovation.

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Donald Talky

Prof. Dr. Damayanti Talky:
Eigenes aktives Tun als Schlüssel zur Erkenntnis

Damayanti Talky ist Inhaberin des Musa Sapientium-Lehrstuhls an der Maker University of Dhuit-Jurrselv (Indien). Sie gilt als Koryphäe im Bereich der komparativen Erforschung enaktiver Erkenntnisgewinnung (z.B. mittels konkaver biodegradabler Materialen) als Alternative zur traditionellen symbolbasierten Informationsvermittlung.

Wir danken der Hasler Stiftung für die Unterstützung bei der Gewinnung von Damayanti Talky als Referentin für die Abschlussveranstaltung.

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Parallelpräsentationen / Workshops

Christoph Derndorfer (OLPC Austria)
TechnikBasteln: Selbst Computer zerlegen und wieder zusammenbauen - und was Kinder dabei lernen können.

Thomas Emmenegger (PH Schwyz)
Embodyment:  Intelligenz braucht einen Körper aber keine IT. Einfache Roboter selber bauen ganz ohne teure Bauteile, nach Vorbildern aus der Natur.

Caroline Haag (explore-it)
explore-it.org: Unterrichtsmaterial und Aufgabenstellungen zum "erforschen, erfinden und mehr" auch für Techniklaien

Michael Hielscher (PH Schwyz)
Learn to Code: Enaktive Lernumgebungen für den Einstieg in die Programmierung auf der Primarstufe. Ein Überblick.

Gregor Lütolf (PH Bern)
3D-Druck: Von der Idee bis zum fertigen Modell - Einsatzszenarien für den Unterricht.

Dominik Petko (PH Schwyz)
Virtual Stories: Videobasierte Peer Education zu Gefahren im Netz

Mareen Przybylla (Universität Potsdam)
My Interactive Garden: Physical Computing mit Arduino, Sensoren und Aktoren - interaktive Objekte herstellen und programmieren.

Nico Steinbach (PH Bern)
LearningApps.org: Digitale Lernbausteine für Computer und Smartphone selbst erstellen, teilen und verwenden.

Datum

Samstag, 30.05.2015
Zeit: 9.30 - 16:30 Uhr

Tagungsort

Pädagogische Hochschule Schwyz
Zaystrasse 42
CH-6410 Goldau

T +41 41 859 05 90
info @ phsz.ch
 

Ablauf

09:30 Eröffnung: Beat Döbeli
09:45 Keynote: Heidi Schelhowe
10:45 Vorstellung der Workshops
11:00 Pause
11:30 Parallel-Präsentationen I
12:30 Mittagsbuffet
13:15 Parallel-Präsentationen II
14:15 Pause
14:45 Keynote: Frédéric Thiesse
15:45 Keynote: Damayanti Talky
16:30 Ende