Laufende Projekte


Institut für Medien und Schule

Digitale Werkzeuge zur Förderung von Fähigkeiten zum selbstregulierten Lernen

Online-Plattformen werden heute von vielen Schulen als Grundgerüst zur Strukturierung individualisierter und differenzierter Lernformen genutzt. Mit neuen Formen des Online-Assessments und darauf aufbauenden tutoriellen Systemen lassen sich die bisherigen Möglichkeiten noch einmal erweitern. Insbesondere jüngere Schüler/innen verfügen oft noch nicht über ausreichende Kompetenzen zum selbstregulierten Lernen und können mit den neuen Werkzeugen gezielt unterstützt werden. Dazu wird aufbauend auf einer bereits in Primarschulen eingesetzten digitalen Lernplattform ein Zusatzmodul entwickelt und in ausgewählten Klassen empirisch getestet. Das Projekt findet in enger Kooperation von Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachdisziplinen und der Schulpraxis statt. (Projektleitung: Prof. Dr. Doreen Prasse, Prof. Dr. Dominik Petko, Finanzierung: Jacobs Foundation, Projektdauer 11/2018 – 10/2020)

EU Kids Online Schweiz

Das Ziel des EU Kids Online Projekts ist es, Wissen über die Interneterfahrungen und -praktiken europäischer Kinder zur Verfügung zu stellen. Die Studie fokussiert dabei auf die Risiken und Chancen bei der Internetnutzung sowie auf die Begleitung der Kinder durch erwachsene Bezugspersonen. Die Erhebungen umfassen in jedem der 14 beteiligten Länder repräsentative Befragungen von 1000 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 9 und 16 Jahren sowie ihrer Eltern oder Lehrpersonen. (Projektleitung: Dr. Martin Hermida, Finanzierung: Bundesamt für Sozialversicherungswesen BSV und Eigenmittel, Projektdauer: 06/2018 – 05/2019)
Internationale Projektwebseite

Lehrmittel in einer digitalen Welt

Die Digitalisierung und der dadurch ausgelöste Leitmedienwechsel verändern auch die Produktion, die Distribution und die Nutzung von Lehrmitteln. Im Auftrag der interkantonalen Lehrmittelzentrale ILZ erstellt das Institut für Medien und Schule einen für Lehrmittelverlage und Lehrmittelverantwortliche in der Bildungsverwaltung handlungsleitenden Bericht zu Lehrmitteln auf der Volksschulstufe (Kindergarten bis Sek I) in einer digitalen Welt. (Projektleitung: Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Finanzierung: Interkantonale Lehrmittelzentrale (ILZ), 1/17 – 7/2018)

Reflexion im Unterrichtspraktikum unterstützen: Weblogs und mobile Microblogs

Die Reflexion der eigenen Praxis ist ein wichtiger Teil der Ausbildung angehender Lehrpersonen, vor allem in Schulpraktika innerhalb des Studiums. Forschung hat jedoch gezeigt, dass die Reflexion oft oberflächlich bleibt. Mobile Technologien können vielversprechendes Mittel sein, die Reflexion zu vertiefen. Dies wird mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Schwyz in einer experimentellen Studie erprobt. Im  Verlauf des Praktikums werden dabei sowohl die Studierenden als auch ihre Schülerinnen und Schüler wiederholt befragt. Auf Basis dieser Daten soll überprüft werden, auf welche Weise es mithilfe digitaler Technologien möglich ist, die Reflexion und die Fähigkeit zur professionellen Unterrichtsgestaltung von angehenden Lehrpersonen zu verbessern. Dadurch sollen entscheidende Hinweise für die Gestaltung einer effektiveren Ausbildung von Lehrpersonen gewonnen werden. (Projektleitung: Prof. Dr. Dominik Petko; Regina Schmid, Laura Müller, Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds , SNF_100019_173049, Laufzeit: 10.2017 - 09.2020)

Lern- und Unterrichtsveränderungen in Tabletklassen. Wissenschaftliche Begleituntersuchung zu den Smart Classrooms Switzerland.

Das Institut für Medien und Schule evaluiert im Auftrag von Samsung Schweiz den Einsatz von Tablets und anderen mobilen digitalen Geräten in Schulen mit one-to-one Ausstattung über einen Zeitraum von 3 Jahren. Im Zentrum der wissenschaftlichen Begleitforschung steht die Frage, in welcher Form Tablets im Unterricht eingesetzt werden und inwiefern sich dadurch Unterrichts- und Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler sowie Einstellungen und Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien verändern. (Projektleitung: Prof. Dr. Doreen Prasse, Finanzierung: Samsung Schweiz, 12/15-12/18)
Projektwebseite

Projektschule sek eins höfe: Medien und Informatik

Seit August 2017 besteht mit der Projektschule sek eins höfe eine Kooperation zwischen der PHSZ und der Schule Leutschen in Freienbach. Vier dort tätige Lehrpersonen sowie der Schulleiter wirken bei der Planung und Entwicklung von Forschungsprojekten im Bereich Medien und Informatik mit und ergänzen ihren Unterricht gezielt mit den Möglichkeiten digitaler Medien. (Projektleitung: Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Finanzierung: intern, laufend)
www.projektschule-sekeinshoefe.ch

Projektschule Goldau: One-to-One Computing

Das Institut für Medien und Schule arbeitet seit mehreren Jahren mit der Primarschule Goldau zusammen, um seine Aktivitäten in der schulischen Praxis zu verwurzeln. Seit 2009 experimentiert die Projektschule mit den Einsatzmöglichkeiten persönlicher Smartphones für Lehren und Lernen.  Das Projekt entsteht in einem Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Der Stand der Schul- und Unterrichtsentwicklung wird laufend in einem Weblog dokumentiert. (Projektleitung: Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Partner: Gemeindeschulen Arth, Finanzierung: intern, laufend)
www.projektschule-goldau.ch


Institut für Professionsforschung und Personalentwicklung

Was hält Lehrpersonen in der Schule? – Verbleibensfaktoren im Schulkontext verstehen (What keeps teachers going? — Understanding retention factors in schools)

Dieses vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Forschungsprojekt adressiert die Frage, welche Faktoren den Verbleib von Lehrpersonen in der Organisation, bzw. im Beruf fördern. Theoretisch baut das Projekt auf dem Konzept der «Embeddedness»  auf. Dieses Konzept fasst zentrale Faktoren zusammen, die ein Individuum an eine Stelle oder einen Beruf binden (z.B. Passung zwischen der eigenen Kompetenz und den beruflichen Anforderungen, soziale Bindungen, mögliche Verluste bei einem Wechsel). In einem ersten Schritt werden die kontextuellen und individuellen Faktoren untersucht, die die Bindung an eine Stelle oder Beruf beeinflussen. Danach wird der Einfluss solcher Bindungen auf die Kündigungsabsicht und die tatsächliche Fluktuation analysiert. Diese Aspekte werden sowohl für Berufseinsteiger als auch Lehrpersonen in der mittleren Laufbahnphase untersucht. Methodisch basiert die Analyse auf einer längsschnittlichen quantitativen Studie mit drei Messzeitpunkten über zwei Jahre. Die Studie kombiniert zur Erforschung beruflicher Fluktuation von Lehrpersonen arbeits- und organisationspsychologische Konzepte mit Erkenntnissen aus der Forschung zum Lehrberuf. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht ein vertieftes Verständnis darüber, wie der berufliche Verbleib von Lehrpersonen gefördert werden kann. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Reduktion der Lehrerfluktuation in der Schweiz und hilft dadurch u.a. mit, die Schulqualität möglichst hoch zu halten. (Projektteam PHSZ: Prof. Dr. Martin Gubler, Dr. Anita Sandmeier, Kooperationspartner: Universität Bern: Prof. Dr. Andreas Hirschi, PD Dr. Daniel Spurk, Julia Velasquez)
Projektwebsite mit Teilnahmeinformationen für Schulen

Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers (5C)

Die internationale Studie "5C" (Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers; www.5C.careers) erforscht das Thema ‚Berufsverlauf und Karriere‘ in rund 30 Ländern weltweit. Im bisher grössten und umfassendsten Projekt dieser Art wird untersucht, was Individuen in verschiedenen Ländern, Kulturen, Berufsgruppen und Generationen unter ‚beruflicher Laufbahn‘ und ‚Karriere‘ verstehen, welche berufsbezogenen Ziele Menschen in unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen haben und wie zufrieden sie mit ihrem Berufsverlauf sind. Bisherige Resultate aus dem Projekt finden sich u.a. im Buch „Careers around the world“. Die PHSZ ist für die entsprechende Befragung und Auswertungen in der Schweiz verantwortlich. Zusätzlich zu den generellen Untersuchungen über alle Berufsgruppen hinweg sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertiefte professions- und länderübergreifende Analysen von Lehrpersonen geplant. (Projektteam Schweiz: Prof. Dr. Martin Gubler, Debbie Mandel, Kooperationspartner: Northern Illinois University (Prof. Dr. Jon Briscoe), Boston University (Prof. Dr. Douglas T. Hall), Wirtschaftsuniversität Wien (Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer), Cranfield University (Prof. Dr. Michael Dickmann und Dr. Emma Parry) sowie weitere Universitäten in über zwei Dutzend Ländern weltweit)

Die Kunst, sich als Lehrperson selbst zu managen. Ein Selbstregulationstraining als Beitrag zur Berufslaufbahn

Die hohe Ausstiegsrate von Lehrpersonen in den ersten fünf Berufsjahren führte weltweit – auch in der Schweiz – zum Ruf nach geeigneten Weiterbildungsprogrammen. Nachhaltig wirksame Trainingsprogramme in der Weiterbildung von Lehrpersonen sind bis anhin rar und bestehende Programme stehen in der Kritik, zu stark persönlichkeitsorientiert und zu wenig handlungs- und prozessorientiert zu sein. Als eine der zentralen professionellen Handlungskompetenzen von Lehrpersonen, die sich positiv auswirkt auf den Verbleib im Beruf, die weitere Berufslaufbahn, das Wohlbefinden und die Unterrichtsqualität gilt die Selbstregulationsfähigkeit. Das Ziel des vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderten Projektes ist es deshalb, diese mittels eines standardisierten Trainings (Intervention) im Rahmen einer Weiterbildung am Ende der Berufseinführungsphase zu stärken und den anschliessenden Transfer in die Praxis gezielt zu unterstützen. Dazu wurde ein Selbstmanagementtraining entwickelt. Ein zusätzliches face-to-face Coaching dient der individuellen Vertiefung. Ein Online-Coaching durch professionelle Beraterinnen und Berater unterstützt den Transfer des neu erworbenen Wissens und Könnens sowie die Umsetzung von selbst gesetzten Zielen über die Weiterbildung hinaus in die Praxis. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Klärung der Frage, wie Lehrpersonen in ihrer Selbstregulation professionell unterstützt werden können. Durch den Vergleich verschiedener Interventionssettings wird untersucht, welche Settings zur Förderung der Selbstregulation besonders geeignet sind. Dies ist für die Gestaltung entsprechender Angebote in der Aus- und Weiterbildung über den Berufseinstieg hinaus zentral. (Kooperationsprojekt mit der PH Zürich / Co-Projektleitung: Prof. Dr. Simone Berweger (PH Schwyz, Mitantragstellerin) und Prof. Dr. Christine Bieri Buschor (PH Zürich, Hauptgesuchstellerin); Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds, SNF_100019_175878, Laufzeit: 01.2018 - 06.2021)
Manual «Weiterbildung in der Berufseinstiegsphase – ein Selbstmanagement- Training für Lehrpersonen»


Institut für Unterrichtsforschung und Fachdidaktik

Musikdidaktische Forschung: Klassengesang leiten

Wir erforschen die Fähigkeit, einer Gruppe von 4- bis 8-jährigen Kindern Lieder zu vermitteln, als professionelle Tätigkeit und auch deren Entstehung während der Berufsausbildung. Wir definieren diese Kapazität als einen Komplex bestehend aus Fertigkeiten, Strategien und Wissen, welche sich grossenteils intuitiv, automatisiert und in-situ durch Handlungen des Zeichengebrauchs gegenüber Kindern manifestiert, und welche konventionellen Regeln und Normen folgt. Die Grammatik des Kinderlieds - das normative Referenzsystem - zusammen mit Videoaufnahmen, damit verbundene Interviews und Mikroanalysen dienen dazu, das Leiten von Klassengesang von erfahrene Lehrpersonen und die Entwicklungsverläufe von Studierende zu rekonstruieren und explizit zu machen. (Projektleitung: Stefanie Stadler Elmer & François Joliat (HEP-BEJUNE); Projektteam: Anna Hürlimann, Armin Wyrsch, N.N. & N.N., Finanzierung: SNF Nr. 100019_179182 (2018 - 2021) und Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des TP2 swissuniversities)

Räumlich zeichnen lernen. Eine prozessorientierte Studie im Bereich Bildnerisches Gestalten auf der Unterstufe

Das zeichnerische Darstellen von räumlichen Eigenschaften ist herausfordernd, weil dabei drei auf zwei Dimensionen reduziert werden müssen. Das Herstellen einer wohlgeformten Lösung erfordert sowohl geistiges Abstraktionsvermögen (räumliches Denken), Wissen über Normen der räumlichen Darstellung, als auch ästhetisches Urteil. Uns interessiert, wie 7- bis 8-jährige Kinder diese Herausforderung bearbeiten und wie ihre Problemlösestrategien zu beschreiben und zu verstehen sind. Wir untersuchen die Frage, wie einzeln Kinder, von einer Lehrperson begleitet, einen quaderförmigen Raumkörper abzeichnen und dabei räumliche Eigenschaften in der flächigen Darstellung zu integrieren lernen. Anhand von grafisch aufbereiteten Videoaufnahmen analysieren wir diese Vorgänge und beschreiben Konstellationen von Teilhandlungen des Zeichnungsprozesses, wie Blickbewegungen, zeichnerische Handlungen, Gesten und Gespräch in ihrem zeitlichen Verlauf. Damit rekonstruieren wir auf der Seite der Kinder Schwierigkeiten, Problemlösestrategien und emotionale Zustände (zum Beispiel Aha-Erlebnisse), auf der Seite der Lehrperson das Herstellen von Verständigung zum Beispiel durch Zeigen oder Vormachen und daraus hervorgehend Muster von Interaktionen zwischen Lehrperson und Kind. (Projektleitung: Lea Weniger, Betreuung: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie Stadler Elmer, Finanzierung: Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des TP2 swissuniversities)


Offenes Forschungsprogramm

«Exploring LearningView»

In diesem explorativ orientierten Forschungsprojekt entwickelt und erprobt die PHSZ in Zusammenarbeit mit der Projektschule Goldau die digitale Lernumgebung LearningView. Mit LearningView können u.a. auch individuelle Lern- und Arbeitsstände, Selbst- und Fremdeinschätzungen sowie Reflexionen dokumentiert werden. Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, auf welche Art und Weise Schülerinnen und Schüler mit persönlichen digitalen Geräten in LearningView selbstgesteuert arbeiten und wie Lehrpersonen das selbstgesteuerte Lernen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht fördern können. (Projektteam: Dèsirée Fahrni, Dr. Michael Hielscher & Prof. Dr. Doreen Prasse, Finanzierung: Eigenmittel, Projektdauer 10/2017 – 11/2018)

Kompetenzorientiertes Fördern und Beurteilen auf der Primarstufe mit Hilfe digitaler Werkzeuge und 1:1 Ausstattung

Neue technische Ausstattungskonzepte in Schulen mit persönlichen digitalen Endgeräten (1:1, BYOD) bieten die Chance, das kompetenzorientierte, differenzierte und/oder individualisierte Lernen zu unterstützen. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Projektschule Goldau wird derzeit in einem explorativ orientierten Forschungsprojekt nach dem Design-Based Research Ansatz eine schülerinnen- und schülerzentrierte Lernumgebung für persönliche Endgeräte (Smart­phones, Tablets) entwickelt, um Lernprozesse und persönliche Lern- und Arbeits­stände sowie Selbsteinschätzungen und Reflexionen in einem Lernjournal durch die Lernenden selbst zu dokumentieren. Dieses Instrument wird ab Frühjahr 2017 mit Projektschullehrpersonen erprobt. Ziel des wissenschaftlichen Projekts ist es, zu untersuchen, auf welche Art und Weise digitale Werkzeuge helfen, eine prozessbezogene Leistungsbeurteilung in einem kompetenz­orientierten Unterricht zu etablieren, die als diagnostische Hilfe sowohl von der Lehrperson als auch von den Schülerinnen und Schülern gewinnbringend genutzt werden kann. Dazu soll ein Mix aus qualitativen Methoden (Interviews mit Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schülern) als auch quantitative Methoden (Analyse des Nutzungsverhaltens anhand von Log-Dateien und Fragebogendaten) eingesetzt werden. (Projektleitung: Désirée Fahrni, Projektmitarbeit: Doreen Prasse, Michael Hielscher, Projektdauer: 08/2017 - 08/2018, Projektfinanzierung: Interne Projektförderung)

Manifestationen von Weltanschauungen in Bildungskontexten in Vergangenheit und Gegenwart. Erarbeitung erster Grundlagen am Beispiel des Kantons Schwyz 1850-1980 – Analysen, Prozessbeschreibungen und Interpretationen

Der Einfluss religiöser Weltanschauungen auf die auch der religiösen Neutralität verpflichteten Volksschule manifestierte sich in der Zentralschweiz im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und bis weit ins 20. Jahrhundert in der Form der Katholischen Pädagogik und ihrer politischen Forderung nach der konfessionellen Staatsschule. Die Idee der konfessionellen Staatsschule basierte auf dem Konzept eines offenbarungstheologisch begründeten pädagogischen Systems (Katholische Pädagogik), welches sich aus einer positiven Auslegung des Artikels 21 der Bundesverfassung von 1874 ableitete. Zum einen beeinflussten politische Prozesse seit dem schweizerischen Kulturkampf auf allen Gesellschaftsebenen die Relevanz und Wirksamkeit des Systems der Katholischen Pädagogik. Zum anderen waren es konkrete mentalitäts- und philosophiegeschichtliche Prozesse, welche den Einfluss der Katholischen Pädagogik mit der entsprechenden konfessionellen Staatsschulidee im konkreten Bildungskontext positiv oder negativ verstärkten. Prototypisch für den zentralschweizerischen Bildungskontext können Entwicklungen und Prozesse am Beispiel des Kantons Schwyz exemplarisch dargestellt werden. Die Darstellung erfolgt aufgrund der Analyse von gesetzlichen Grundlagen und Schulorganisationen, Lehrplänen der Volksschule, Lehrmitteln und konkretem Schulleben. Konflikthafte Auseinandersetzungen werden im Einflussbereich der Katholischen Pädagogik überprüft und dargestellt. Dieses Projekt leistet einen ersten Beitrag zum Diskurs über weltanschauliche Setzungen in Bildungszielen der Vergangenheit. Gleichzeitig ermöglichen die Erkenntnisse aus diesem Projekt Wirkungen in aktuellen Bildungszielen zu analysieren. (Projektleitung: Guido Estermann, Jolanda Nydegger, Projektdauer: 08/2017 - 08/2019, Projektfinanzierung: Interne Projektförderung)

Erfassung motorischer Basiskompetenzen im Kindergartenalter (MOBAK-KG). Entwicklung und Validierung eines Testinstruments

Motorische Basiskompetenzen sind eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe an der Sport- und Bewegungskultur. Im Gegensatz zur Primarstufe wissen wir über die Bewegungs- und Sportkompetenz von Kindergartenkindern in der Schweiz bislang wenig. Ziel des Forschungsprojektes ist deshalb die Entwicklung eines Instruments zur Erfassung der motorischen Basiskompetenzen auf der Kindergartenstufe. Die Validierungsstudie ist als überregionale Querschnittserhebung mit zwei kantonalen Teilstichproben (jeweils ca. 10 Klassen) in Uri und Zürich konzipiert und soll im Frühjahr 2018 parallel durchgeführt werden. (Projektleitung: Jürgen Kühnis, Projektdauer: 08/2017 - 08/2018, Projektfinanzierung: Interne Projektförderung und Kanton Uri)

Hierarchische Hochschulsteuerung und akademische Selbstverwaltung: ein Widerspruch?

Hochschulen befinden sich in einem komplexen Gesamtzusammenhang, der durch endo- und exogene Faktoren gestaltet wird. Ein zentraler Entwicklungsschritt für Hochschulen war der Rückzug der Detailsteuerung durch den Staat, der diese damit von der akademischen in die hierarchische Selbstverwaltung entlassen hat. Vor diesem Hintergrund wurden neue Steuerungsinstrumente eingeführt, die die Aufgabengewährleistung der Lehr- und Forschungsanstalten sicherstellen sollten (z. B. Leistungsaufträge, Leistungsvereinbarungen, Qualitätssicherung, Stärkung des Managements, Globalbudgets). Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Steuerung von Hochschulen sowohl auf der Makro- (Politik) und Mesoebene (Hochschule) als auch auf der Mikroebene (Forschende/Dozierende) und fragt konkret nach dem Spannungsfeld der hierarchischen Hochschulsteuerung und der bis Ende der 1990er Jahre praktizierten akademischen Selbstverwaltung. Dabei werden insbesondere Steuerungsabsichten (Makroebene) und die Umsetzung auf der Meso- und Mikroebene beleuchtet. (Projektleitung: Nancy Eckert, Projektdauer: 08/2017 - 07/2019, Projektfinanzierung: Interne Promotionsförderung)

Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien: Welche Rolle spielen digitale Medien in Schulen mit personalisierten Lehr- und Lernkonzepten?

Bereits Vertretende der Reformpädagogik forderten eine Pädagogik am Kinde orientiert, bzw. individualisiertes Lernen. Auch heute ist Individualisierung nach wie vor ein aktuelles Thema mit Blick auf die heterogene Schülerschaft. Zusätzlichen Aufschwung erhielt die Individualisierungsdebatte durch die Digitalisierung. Mit dem Unterrichtsansatz „personalisiertes Lernen unterstützt von digitalen Medien“ wird versucht, der aktuellen Herausforderung der Heterogenität zu begegnen und gleichzeitig Potentiale der Digitalisierung zu nutzen. Forschungsbefunde zur Wirksamkeit von digitalen Medien innerhalb des personalisierten Unterrichts fehlen bis anhin. Das Ziel des kumulativen Dissertationsvorhabens ist es, die Rolle der digitalen Medien in personalisierten Lehr- und Lernformen mittels einer explorativen mixed-methods Studie zu untersuchen. Grundlage der Untersuchung bildet das von der Mercator-Stiftung geförderten Forschungsprojekt zu personalisierten Lernkonzepten in heterogenen Lerngruppen (perLen). Im Rahmen der perLen-Studie wurden über drei Jahre (2013-2015) 65 innovative Schulen, die nach eigenen Angaben personalisierte Lehr- und Lernkonzepte implementiert haben, quantitativ und qualitativ untersucht. Für das Dissertationsprojekt wird eine Teilstichprobe von N=1017 Jugendlichen der 7/8. Klasse aus 31 Schulen verwendet sowie 11 halbstandardisierte Interviews, die an drei ausgewählten Fallschulen mit intensiver Mediennutzung durchgeführt wurden. (Projektleitung: Regina Schmid, Projektdauer: 08/2017 - 08/2019, Projektfinanzierung: Mercator-Stiftung, Interne Projektförderung)

„Schulische Integration ist (nicht) machbar“. Überzeugungen von Zürcher Klassenlehrpersonen zu den Einflussfaktoren auf die Realisierbarkeit.

Mit der Annahme des Volksschulgesetzes des Kantons Zürich (2005), sprachen sich der Kantonsrat und das Zürcher Stimmvolk für die integrative Schulform und somit für eine ‘Volksschule für alle’ aus. Studien zeigen, dass Lehrpersonen dem Konzept der schulischen Integration generell positiv gegenüberstehen. Geht es aber um die konkrete Umsetzung, sind sie mehrheitlich skeptisch (vgl. z.B. Reusser, Stebler, Mandel & Eckstein, 2013; Yoon-Suk & Evans, 2011). Basierend auf den Fragebogendaten der Studie ‚Erfolgreicher Unterricht in heterogenen Lerngruppen auf der Volksschulstufe des Kantons Zürich‘ (vgl. Reusser et al., 2013) werden im Dissertationsprojekt die Klassenlehrpersonen und Ihre Einstellungen zur konkreten Machbarkeit der schulischen Integration in den Fokus genommen. Dabei wird folgender Hauptfrage nachgegangen: Von welchen Faktoren hängt es ab, ob die Zürcher Klassenlehrpersonen die integrative Schulform als (nicht) machbar beurteilen? (Projektleitung: Debbie Mandel, Finanzierung: interne Promotionsförderung)

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