Laufende Projekte


Institut für Medien und Schule

Konzepte und Fehlvorstellungen bezüglich Informatik insbesondere beim Programmieren von Primarschulkindern

Wenn Lehrpersonen wissen, welche Vorstellungen und insbesondere welche Fehlvorstellungen Schülerinnen und Schüler zu einem Thema haben, trägt dies zu besserem Unterricht und damit zu grösseren Lernfortschritten bei. Im interdisziplinären Forschungsprojekt geht es darum, besser zu verstehen, welche Vorstellungen Primarschulkinder bezüglich Informatik haben. Eine erste allgemeine Untersuchung soll bestehende Konzepte von Schülerinnen und Schülern zu Informatik in ihrem Alltag dokumentieren. Das zweite Teilprojekt fokussiert auf die Fähigkeiten und Fehlvorstellungen von Kindern beim Programmieren in unterschiedlichen Lernumgebungen. Im Projekt wird die PHSZ mit der ETH Zürich, dem Leiden Institute of Advanced Computer Science, der Projektschule Goldau und der Open Education Initiative “Project Square” zusammenarbeiten. (Projektleitung: Prof. Dr. Eva Marinus, Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger & Dr. Michael Hielscher, Finanzierung Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (SNF), Projektdauer: 5/2020 – 4/2024)
Projektwebseite

LOIS – Late Teenager’s Online Information Search

Wie Jugendliche derzeit im Internet Informationen suchen und bewerten ist noch kaum erforscht. Im Zentrum des LOIS-Projekts steht deshalb die Frage, welche Suchmuster Jugendliche (16-18 Jahre) im Internet zeigen und ob unterschiedliche Suchmuster zu unterschiedlich guten Suchergebnissen führen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, den Medienbildungsunterricht zu verbessern, indem sie aufzeigen, wie Jugendliche bei der Suche vorgehen und wo die Medienbildung ansetzen kann, um Suchkompetenzen zu verbessern. Das Projekt wird in Kooperation mit der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) durchgeführt. (Projektleitung PHSZ: Dr. Martin Hermida, Projektleitung SUPSI: Prof. Dr. Luca Botturi. Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (SNF), Projektdauer: 1/2020 – 1/2023)

Digitale Werkzeuge zur Förderung von Fähigkeiten zum selbstregulierten Lernen

Online-Plattformen werden heute von vielen Schulen als Grundgerüst zur Strukturierung individualisierter und differenzierter Lernformen genutzt. Mit neuen Formen des Online-Assessments und darauf aufbauenden tutoriellen Systemen lassen sich die bisherigen Möglichkeiten noch einmal erweitern. Insbesondere jüngere Schüler/innen verfügen oft noch nicht über ausreichende Kompetenzen zum selbstregulierten Lernen und können mit den neuen Werkzeugen gezielt unterstützt werden. Dazu wird aufbauend auf einer bereits in Primarschulen eingesetzten digitalen Lernplattform ein Zusatzmodul entwickelt und in ausgewählten Klassen empirisch getestet. Das Projekt findet in enger Kooperation von Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachdisziplinen und der Schulpraxis statt. (Projektleitung: Prof. Dr. Doreen Prasse, Prof. Dr. Dominik Petko, Finanzierung: Jacobs Foundation, Projektdauer 11/2018 – 10/2020)

Reflexion im Unterrichtspraktikum unterstützen: Weblogs und mobile Microblogs

Die Reflexion der eigenen Praxis ist ein wichtiger Teil der Ausbildung angehender Lehrpersonen, vor allem in Schulpraktika innerhalb des Studiums. Forschung hat jedoch gezeigt, dass die Reflexion oft oberflächlich bleibt. Mobile Technologien können vielversprechendes Mittel sein, die Reflexion zu vertiefen. Dies wird mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Schwyz in einer experimentellen Studie erprobt. Im  Verlauf des Praktikums werden dabei sowohl die Studierenden als auch ihre Schülerinnen und Schüler wiederholt befragt. Auf Basis dieser Daten soll überprüft werden, auf welche Weise es mithilfe digitaler Technologien möglich ist, die Reflexion und die Fähigkeit zur professionellen Unterrichtsgestaltung von angehenden Lehrpersonen zu verbessern. Dadurch sollen entscheidende Hinweise für die Gestaltung einer effektiveren Ausbildung von Lehrpersonen gewonnen werden. (Projektleitung: Prof. Dr. Dominik Petko; Regina Schmid, Laura Müller, Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds , SNF_100019_173049, Laufzeit: 10.2017 - 09.2020)

Projektschule sek eins höfe: Medien und Informatik

Seit August 2017 besteht mit der Projektschule sek eins höfe eine Kooperation zwischen der PHSZ und der Schule Leutschen in Freienbach. Vier dort tätige Lehrpersonen sowie der Schulleiter wirken bei der Planung und Entwicklung von Forschungsprojekten im Bereich Medien und Informatik mit und ergänzen ihren Unterricht gezielt mit den Möglichkeiten digitaler Medien. (Projektleitung: Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Finanzierung: intern, laufend)
www.projektschule-sekeinshoefe.ch

Projektschule Goldau: One-to-One Computing

Das Institut für Medien und Schule arbeitet seit mehreren Jahren mit der Primarschule Goldau zusammen, um seine Aktivitäten in der schulischen Praxis zu verwurzeln. Seit 2009 experimentiert die Projektschule mit den Einsatzmöglichkeiten persönlicher Smartphones für Lehren und Lernen.  Das Projekt entsteht in einem Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Der Stand der Schul- und Unterrichtsentwicklung wird laufend in einem Weblog dokumentiert. (Projektleitung: Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger, Partner: Gemeindeschulen Arth, Finanzierung: intern, laufend)
www.projektschule-goldau.ch


Institut für Professionsforschung und Personalentwicklung

Was hält Lehrpersonen in der Schule? – Verbleibensfaktoren im Schulkontext verstehen (What keeps teachers going? — Understanding retention factors in schools)

Dieses vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Forschungsprojekt adressiert die Frage, welche Faktoren den Verbleib von Lehrpersonen in der Organisation, bzw. im Beruf fördern. Theoretisch baut das Projekt auf dem Konzept der «Embeddedness»  auf. Dieses Konzept fasst zentrale Faktoren zusammen, die ein Individuum an eine Stelle oder einen Beruf binden (z.B. Passung zwischen der eigenen Kompetenz und den beruflichen Anforderungen, soziale Bindungen, mögliche Verluste bei einem Wechsel). In einem ersten Schritt werden die kontextuellen und individuellen Faktoren untersucht, die die Bindung an eine Stelle oder Beruf beeinflussen. Danach wird der Einfluss solcher Bindungen auf die Kündigungsabsicht und die tatsächliche Fluktuation analysiert. Diese Aspekte werden sowohl für Berufseinsteiger als auch Lehrpersonen in der mittleren Laufbahnphase untersucht. Methodisch basiert die Analyse auf einer längsschnittlichen quantitativen Studie mit drei Messzeitpunkten über zwei Jahre. Die Studie kombiniert zur Erforschung beruflicher Fluktuation von Lehrpersonen arbeits- und organisationspsychologische Konzepte mit Erkenntnissen aus der Forschung zum Lehrberuf. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht ein vertieftes Verständnis darüber, wie der berufliche Verbleib von Lehrpersonen gefördert werden kann. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Reduktion der Lehrerfluktuation in der Schweiz und hilft dadurch u.a. mit, die Schulqualität möglichst hoch zu halten. (Projektteam PHSZ: Prof. Dr. Martin Gubler, Dr. Anita Sandmeier, Kooperationspartner: Universität Bern: Prof. Dr. Andreas Hirschi, PD Dr. Daniel Spurk, Julia Velasquez)
Projektwebsite mit Teilnahmeinformationen für Schulen

Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers (5C)

Die internationale Studie "5C" (Cross-Cultural Collaboration on Contemporary Careers; www.5C.careers) erforscht das Thema ‚Berufsverlauf und Karriere‘ in rund 30 Ländern weltweit. Im bisher grössten und umfassendsten Projekt dieser Art wird untersucht, was Individuen in verschiedenen Ländern, Kulturen, Berufsgruppen und Generationen unter ‚beruflicher Laufbahn‘ und ‚Karriere‘ verstehen, welche berufsbezogenen Ziele Menschen in unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen haben und wie zufrieden sie mit ihrem Berufsverlauf sind. Bisherige Resultate aus dem Projekt finden sich u.a. im Buch „Careers around the world“. Die PHSZ ist für die entsprechende Befragung und Auswertungen in der Schweiz verantwortlich. Zusätzlich zu den generellen Untersuchungen über alle Berufsgruppen hinweg sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertiefte professions- und länderübergreifende Analysen von Lehrpersonen geplant. (Projektteam Schweiz: Prof. Dr. Martin Gubler, Debbie Mandel, Kooperationspartner: Northern Illinois University (Prof. Dr. Jon Briscoe), Boston University (Prof. Dr. Douglas T. Hall), Wirtschaftsuniversität Wien (Prof. Dr. Wolfgang Mayrhofer), Cranfield University (Prof. Dr. Michael Dickmann und Dr. Emma Parry) sowie weitere Universitäten in über zwei Dutzend Ländern weltweit)


Institut für Unterrichtsforschung und Fachdidaktik

Musikdidaktische Forschung: Klassengesang leiten

Wir erforschen die Fähigkeit, einer Gruppe von 4- bis 8-jährigen Kindern Lieder zu vermitteln, als professionelle Tätigkeit und auch deren Entstehung während der Berufsausbildung. Wir definieren diese Kapazität als einen Komplex bestehend aus Fertigkeiten, Strategien und Wissen, welche sich grossenteils intuitiv, automatisiert und in-situ durch Handlungen des Zeichengebrauchs gegenüber Kindern manifestiert, und welche konventionellen Regeln und Normen folgt. Die Grammatik des Kinderlieds - das normative Referenzsystem - zusammen mit Videoaufnahmen, damit verbundene Interviews und Mikroanalysen dienen dazu, das Leiten von Klassengesang von erfahrene Lehrpersonen und die Entwicklungsverläufe von Studierende zu rekonstruieren und explizit zu machen. (Projektleitung: Stefanie Stadler Elmer & François Joliat (HEP-BEJUNE); Projektteam: Anna Hürlimann, Armin Wyrsch, N.N. & N.N., Finanzierung: SNF Nr. 100019_179182 (2018 - 2021) und Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des TP2 swissuniversities)

Räumlich zeichnen lernen. Eine prozessorientierte Studie im Bereich Bildnerisches Gestalten auf der Unterstufe

Das zeichnerische Darstellen von räumlichen Eigenschaften ist herausfordernd, weil dabei drei auf zwei Dimensionen reduziert werden müssen. Das Herstellen einer wohlgeformten Lösung erfordert sowohl geistiges Abstraktionsvermögen (räumliches Denken), Wissen über Normen der räumlichen Darstellung, als auch ästhetisches Urteil. Uns interessiert, wie 7- bis 8-jährige Kinder diese Herausforderung bearbeiten und wie ihre Problemlösestrategien zu beschreiben und zu verstehen sind. Wir untersuchen die Frage, wie einzeln Kinder, von einer Lehrperson begleitet, einen quaderförmigen Raumkörper abzeichnen und dabei räumliche Eigenschaften in der flächigen Darstellung zu integrieren lernen. Anhand von grafisch aufbereiteten Videoaufnahmen analysieren wir diese Vorgänge und beschreiben Konstellationen von Teilhandlungen des Zeichnungsprozesses, wie Blickbewegungen, zeichnerische Handlungen, Gesten und Gespräch in ihrem zeitlichen Verlauf. Damit rekonstruieren wir auf der Seite der Kinder Schwierigkeiten, Problemlösestrategien und emotionale Zustände (zum Beispiel Aha-Erlebnisse), auf der Seite der Lehrperson das Herstellen von Verständigung zum Beispiel durch Zeigen oder Vormachen und daraus hervorgehend Muster von Interaktionen zwischen Lehrperson und Kind. (Projektleitung: Lea Weniger, Betreuung: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie Stadler Elmer, Finanzierung: Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des TP2 swissuniversities)

Albanisch im Kontakt – Horizontaler Transfer und Identitätsstiftung in der Mehrsprachigkeitspraxis

Sprachenvielfalt und Mehrsprachigkeit sind zentrale Merkmale der Sprachlandschaft in der Schweiz und betreffen auch Migrantensprachen. Dieses internationale Projekt widmet sich der gesellschaftlichen Bedeutung der Mehrsprachigkeit und hat zum Ziel, am Beispiel der albanischen Sprachgruppe in CH und D zu erfassen, wie Sprechende aus drei Generationen ihre sprachliche Biographie im Alltag interpretieren, praktizieren und daraus Gruppenzugehörigkeiten ableiten. Dabei soll Aufschluss über die Rolle der Sprachen für Identität, Integration und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe gewonnen werden. Es wird ein umfassendes Bild der sprachlichen Praxis der albanischen Gruppe über die Zeit und in verschiedenen Kontaktsituationen erarbeitet, indem Ansätze und Methoden der Herkunftssprachlinguistik und -didaktik mit solchen der Kontakt-, Sozio- und Variationslinguistik kombiniert werden. Die Verbindung struktur- und soziolinguistischer Ansätze, die eine umfassende Analyse der linguistischen, soziokulturellen und gesellschaftspolitischen Relevanz herkunftssprachlicher Aspekte ermöglicht, verspricht einen wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn sowie die Erarbeitung fachdidaktischer Materialien für Lehre und Praxis. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen zugleich als Ausgangspunkt für das Implementieren von konkreten Kontaktsituationen in Modelle von Sprachwandel, um damit Aufschluss auch über historische Wandelprozesse zu erlangen. (Kooperationspartner / Projektverantwortliche: Prof. Dr. Barbara Sonnenhauser, Prof. Dr. Paul Widmer [Universität Zürich], Prof. Dr. Claudia Riehl [Ludwig-Maximilians-Universität München], Prof. Dr. Dr. Naxhi Selimi [PH Schwyz]. Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds SNF_100015L_182126. Laufzeit: April 2019 bis April 2022).

"Schuldetektive" Kinder erkunden die lokale Baukultur - Ein Pilotprojekt zur Raumerkundung für 5 bis 15-jährige

Wie kann das Wissen über Baukultur bei Kindern und Jugendlichen über aufmerksame Beobachtungen und gestalterische Performances gefördert werden? Dieses Projekt untersucht, wie die intrinsisch vorhandene Neugier der Schülerinnen und Schüler an der gebauten Umwelt, über die Vermittlung motivierender Beobachtungsstrategien aufgegriffen und für kreative Prozesse genützt werden kann. Im Zentrum steht somit die Frage, wie kreative Impulse ausgelöst und in selbsttätige bildnerische Prozesse überführt werden, die über eine inhaltliche Auseinandersetzung zur baukulturellen Bildung beitragen. Ausgangspunkt für die «Spurensuche» ist ein von den Kindern erstelltes Mapping mit Kickoff Bildern zu ausgewählten Standorten ihrer Lebensumwelt. Das Projektteam kreiert, implementiert und evaluiert analoge und digitale Methoden für die Auseinandersetzung mit der örtlichen Umgebung und leitet die Projekttage in partizipativer Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen. Die Erkundungsspaziergänge der Schülerinnen und Schüler offenbaren Skizzen und Fragmente, die den Entstehungsprozess von nachfolgenden Bildwelten in die Wege leiten und befördern. Die Visualisierungen funktionieren als kommunikatives Medium für gemeinsam erarbeitete weiterführende Projektideen. Insgesamt sind die Ergebnisse der Experimente Grundlage für die Entwicklung eines kompetenzorientierten Unterrichtsdossiers zur Vermittlung von Baukultur für die Fachbereiche des Gestaltens. Das Projekt erfolgt in einer Kooperation der PH Schwyz mit der Bildschule K’werk Zug (Barbara Windholz). Projektleitung: Dr. Noëlle von Wyl [PHSZ], Finanzierung: Bundesamt für Kultur (BAK).

Den Bruch verstehen: Rationale Zahlen im Schulbuch, im Unterricht und im Kopf

Wenn rationale Zahlen (z. B. Brüche und Dezimalzahlen) eingeführt werden, kommt es oft zum Bruch. Kinder, aber auch viele Erwachsene haben grosse Probleme rationale Zahlen richtig zu verstehen und mit ihnen zu rechnen, um Probleme zu lösen. In diesem Forschungsprojekt konzentrieren wir uns auf den Erwerb von Wissen über rationale Zahlen. Wir erforschen, wie Probleme und Schwierigkeiten bei der Kompetenzentwicklung aus kognitionspsychologischer Sicht entstehen, aber auch wie die Verteilung von Übungsaufgaben in mathematischen Lehrbüchern den Aufbau von Misskonzepten fördert. Unser Ziel ist es, Hilfestellungen für Lehrpersonen zu entwickeln, damit es bei der Einführung der rationalen nicht zum Bruch kommt. (Projektbeteiligte: Dr. Parvaneh Babari [PH Schwyz], Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz], Finanzierung: Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des swissuniversities Projekt P-9)

Evolution im Kindergarten und der Primarschule: Wie das Verständnis eines Kernkonzepts der Biologie aufgebaut wird

Die Evolutionstheorie ist das Herzstück der Biologie und ermöglicht ein grundlegendes Verständnis der uns umgebenden Welt. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung hinsichtlich fachspezifischer Inhalte und alltäglicher Relevanz, sollte die Theorie von früh an im Unterricht angemessen thematisiert werden. Die Theorie aber repräsentiert sich als komplexes System, dessen Erlernen durch naïve Konzepte beeinträchtigt wird. Gleichzeitig können fachlich nicht exakt ausgearbeitete Materialien die Entstehung zahlreicher Misskonzepte verursachen. In diesem Forschungsprojekt erstellen wir eine systematische Übersicht bekannter Misskonzepte und evaluieren die Wirksamkeit vorgeschlagener Interventionsmethoden. Ausgehend von dieser Übersicht werden wir neue Unterrichtsmaterialien für den Kindergarten und die Primarschule entwickeln und testen. (Projektbeteiligte: Rachel Schwager [PH Schwyz], Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz] Finanzierung: Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des swissuniversities Projekt P-9 )

Kistenkritik: Wie Lehrpersonen Lehrmittel auswählen

Die Auswahl geeigneter Lehrmittel ist ein wichtiges Element der Unterrichtplanung. Gute Unterrichtsmaterialien bieten für die Lehrpersonen Orientierung und reduzieren den Aufwand bei der Gestaltung von Unterricht. Doch nach welchen Kriterien wählen Lehrpersonen die in ihrem Unterricht eingesetzten Lehrmittel aus? Wie können angehende Lehrpersonen die Kompetenz zur selbstständigen Einschätzung der Qualität von Unterrichtmaterialien erarbeiten? Im Projekt «Kistenkritik» gehen wir diesen Fragen nach, indem wir insbesondere untersuchen, ob der systematische Vergleich von Unterrichtmaterialien für den NMG-Unterricht bei der Entwicklung dieser Kompetenz förderlich ist. (Projektbeteiligte: Dr. Judith Arnold [PH Schwyz], Dr. Marco Longhitano [PH Schwyz], Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz], Rachel Schwager [PH Schwyz])

Schweizer MINT Studie

Die Schweizer MINT Studie (SMINTS) ist eine gross angelegte Längsschnittstudie (derzeit mehr als 10000 Schülerinnen und Schüler), die an der ETH Zürich durch Prof. Dr. Elsbeth Stern initiiert wurde. Im Rahmen der Studie sind wir an der Erforschung verschiedener Fragestellungen zum naturwissenschaftlichen Unterricht an der Primarschule beteiligt. So untersuchen wir bspw. wie ein grundlegendes Verständnis von Physikkonzepten aufgebaut wird, wie Experimentierkompetenzen zu diesem Konzeptwandel beitragen und sich diese Kompetenzen aufgrund des Unterrichts weiterentwickeln und wie diese Entwicklung mit sprachlichen Kompetenzen zusammenhängt (Projektbeteiligte: Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz], Prof. Dr. Elsbeth Stern [ETH Zürich], Dr. Ralph Schumacher [ETH Zürich] und weitere MitarbeiterInnen der Abteilung für Lehr- und Lernforschung der ETH Zürich) www.educ.ethz.ch/lernzentren/mint-lernzentrum/Schweizer_MINT_Studie.html

Vorwissen: Ein alter Unbekannter

Vorwissen wird oft als der beste Prädiktor für zukünftiges Lernen genannt. Theoretische Ansätze und empirische Befunde sind jedoch nuancierter und tatsächlich nicht einfach integrierbar. In einer Metaanalyse tragen wir die umfassenden Evidenzen zum Einfluss des Vorwissens für zukünftiges Lernen zusammen, mit dem Ziel die Effekte des Vorwissens genauer beschreiben zu können. (Projektbeteiligte: Prof. Dr. Michael Schneider [Universität Trier], Dr. Bianca Simonsmeier [Universität Trier], Maja Flaig [Universität Trier], Prof. Dr. Anne Deiglmayr [Universität Leipzig], Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz]).

Vom Labor zur physikalisch-mathematischen Modellierung oder anders herum? Erforschung der Sequenzierung von Unterricht

Concreteness fading – das langsame «Abstrakter-machen» von Unterrichtsmaterialien – ist als effektive Lernsequenz bekannt. Jedoch wurde in der bisherigen Forschung entweder nur mit Simulationen oder nur mit unterschiedlichen Darstellungsformen auf Papier gearbeitet. In unserem Forschungsprojekt gehen wir einen Schritt weiter. Wir erforschen, wie komplexere Sequenzierungen von Physikunterricht im Hinblick auf Lernwirksamkeit und Motivation gestaltet werden können. Ist es vorteilhaft, zunächst im Labor zu arbeiten und danach Simulationen und physikalisch-mathematische Modellierungen kennenzulernen? Oder ist es für Schülerinnen und Schüler einfacher mit Laborsituationen umzugehen, wenn sie zuerst physikalisch-mathematische Modellierungen und Simulationen kennenlernen? (Projektleitung: Dr. Tommi Kokkonen [Universität Helsinki] und Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz])

Wiederholtes produktives Scheitern beim Erlernen von Statistik

Statistik wird in der Schule immer noch wenig unterrichtet, obwohl sie von zentraler Bedeutung für viele Inhaltsgebiete, aber auch für das tägliche Leben ist. Wie können die Grundkonzepte der Statistik so eingeführt und unterrichtet werden, dass Schülerinnen und Schüler sie flexibel nutzen können? Wir nutzen in diesem Projekt den Ansatz des produktiven Scheiterns, der Schülerinnen und Schüler zur eigenständigen Problemlösung anregt. Im Gegensatz zu klassischen Studien zum produktiven Scheitern setzen wir die Methode nicht nur einmal, sondern wiederholt ein, um den Konzeptaufbau zu fördern. (Projektleitung: Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz], Lorenz Stäheli [ETH Zürich], Dr. Ralph Schumacher [ETH Zürich])

Experimentierkompetenzen und Fachwissen

Experimentierkompetenzen werden als grundsätzlich wichtig für die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Fachverständnisses angesehen. Wie genau aber hängen die bereichsübergreifenden Experimentierkompetenzen mit dem Fachwissen in verschiedenen naturwissenschaftlichen Domänen zusammen? In einem grossen und interdisziplinären Team entwickeln wir Fragebögen und Testverfahren, um dieser Frage nachzugehen. (eine kleine Auswahl der Projektbeteiligten: Prof. Dr. Martin Schwichow [PH Freiburg], Prof. Dr. Andrea Möller [Universität Wien], Prof. Dr. Andreas Nehring [Leibniz Universität Hannover], Dr. Peter Edelsbrunner [ETH Zürich], Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz])

Das Gruppenpuzzle und die Effektivität unterschiedlicher Wissensaufteilungen

Das Gruppenpuzzle ist eine Unterrichtsmethode, die in allen Fächern eingesetzt werden kann. In einer Reihe von Studien haben wir unterschiedliche Formen der Wissensaufteilung im Rahmen dieser kooperativen Lernform beim Lernen mathematischer Inhalte untersucht. Zudem erstellen wir eine Metaanalyse, um die langjährige Forschung zum Gruppenpuzzle systematisch aufzuarbeiten. (Projektleitung: Prof. Dr. Anne Deiglmayr [Universität Leipzig] und Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz]; Projektmitarbeiterin: Yvonne Oberholzer [Université de Genève])

Prinzipien komplexer Systeme auf der Primarstufe mithilfe agentenbasierter Modellierungen erlernen

Viele Phänomene in den Naturwissenschaften lassen sich als komplexe Systeme beschreiben. Der Klimawandel, Räuber-Beute-Ökosysteme oder natürliche Selektion gehören dazu. Derartige Systeme sind schwierig zu verstehen, weil sie keine lineare und schrittweise Kausalität aufweisen, sondern durch komplexe Interaktionen, Zufall und Emergenz geprägt sind. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Simulationen entwickelt, die auf agentenbasierter Modellierung beruhen. Wir entwickeln und adaptieren diese Simulationen für die Primarschule und untersuchen, wie sie lernwirksam im NMG-Unterricht eingesetzt werden können. (Projektbeteiligte: Prof. Dr. Michael Jacobsen [The University of Sydney], Dr. Micah Goldwater [The University of Sydney], Prof. Dr. Deborah Richards [Macquarie University], Prof. Dr. Lennart Schalk [PH Schwyz]).


Offenes Forschungsprogramm

Lehrmittel Italienisch Erstunterricht 5./6. Klasse für den Kanton Uri

Angeregt durch die Kulturbotschaft 2016-2020, didaktisches Material in italienischer Sprache zu entwickeln und damit sowohl diese Landessprache also auch die Kultur der italienischsprachigen Landesteile zu grösserer Verbreiterung in der Schweiz zu verhelfen, wird spezifisch für den Kanton Uri ein Lehrmittel für den Italienischunterricht in der 5. und 6. Klasse entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Joint Venture zwischen der Pädagogischen Hochschule Schwyz, der Pädagogischen Hochschule (DFA) der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) im Kanton Tessin und  der Bildungsdirektion des Kantons Uri (Amt für Volksschulen). Auslöser für dieses interkantonale Projekt war die Tatsache, dass das aktuell verwendete Lehrmittel weder den Normen (LP-21-Kompatibiität, d.h. Kompetenzorientierung) noch den Bedürfnissen (regionale Bedeutung, Lebensweltbezug und Altersangemessenheit) der Zielgruppe entspricht. Der besonderen Situation im Kanton Uri mit Italienisch als Wahlpflichtfach beginnend in der 5. Klasse wird nun mit der Entwicklung eines kompetenzorientierten, plurilingual und interkulturell ausgerichteten Lehrmittels begegnet. Durch einen nennenswerten Einbezug digitaler Medien und eine ansprechende, zeitgemässe Gestaltung steht zudem ein Beitrag zur Popularitätssteigerung der Landessprache Italienisch in der deutschsprachigen Schweiz im Fokus.

Das interkantonale Projekt bezieht explizit Italienischlehrpersonen aus dem Kanton Uri und aus dem Tessin (Italienisch als Zweitsprache) in die konkrete Lehrmittelentwicklung ein. Durch die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen aus beiden Sprachregionen wird zusätzlich der kulturelle Austausch zwischen den Lehrpersonen gefördert. Dies mit dem Ziel Beziehungen aufzubauen, die in der Zukunft den Austausch zwischen den Schülern und Schülerinnen dieser Sprachregionen ermöglichen, wie von der EDK intendiert. (Projektleitung: Annett Uhlemann, Projektdauer: 03/2018 - 08/2020, Projektfinanzierung: Bundesamt für Kultur, Bildungsdirektion Kanton Uri, Interne Projektförderung)

„Schulische Integration ist (nicht) machbar“. Überzeugungen von Zürcher Klassenlehrpersonen zu den Einflussfaktoren auf die Realisierbarkeit.

Mit der Annahme des Volksschulgesetzes des Kantons Zürich (2005), sprachen sich der Kantonsrat und das Zürcher Stimmvolk für die integrative Schulform und somit für eine ‘Volksschule für alle’ aus. Studien zeigen, dass Lehrpersonen dem Konzept der schulischen Integration generell positiv gegenüberstehen. Geht es aber um die konkrete Umsetzung, sind sie mehrheitlich skeptisch (vgl. z.B. Reusser, Stebler, Mandel & Eckstein, 2013; Yoon-Suk & Evans, 2011). Basierend auf den Fragebogendaten der Studie ‚Erfolgreicher Unterricht in heterogenen Lerngruppen auf der Volksschulstufe des Kantons Zürich‘ (vgl. Reusser et al., 2013) werden im Dissertationsprojekt die Klassenlehrpersonen und Ihre Einstellungen zur konkreten Machbarkeit der schulischen Integration in den Fokus genommen. Dabei wird folgender Hauptfrage nachgegangen: Von welchen Faktoren hängt es ab, ob die Zürcher Klassenlehrpersonen die integrative Schulform als (nicht) machbar beurteilen? (Projektleitung: Debbie Mandel, Finanzierung: interne Promotionsförderung)

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