Schulleitungsstudie zu Gesundheitsförderung und Bewältigung der Covid-19 Krise (Comparative Study of Health Promotion in Schools and Coping with the Covid-19 Crisis - HEPISCO)

Befragte Schulleiterinnen und Schulleiter

An der Onlinebefragung haben 385 Schulleiter/innen aller Schulstufen (Kindergarten, Primar, Sek I, Sek II) aus 25 Kantonen teilgenommen. Dabei stammen 68 Prozent aus der Deutschschweiz, 27 Prozent aus der Romandie und 5 Prozent aus dem Tessin.

Erste Ergebnisse: Gesundheit der Schulleiter/innen

Die ersten Ergebnisse der HEPISCO-Studie zeigen:

  • Die meisten Schulleiter/innen berichten von einer deutlichen Erhöhung der Arbeitszeit in Folge der Pandemie und der damit einhergehenden Massnahmen.
  • Auf den durch die Pandemie erhöhten Zeitdruck reagierten viele Schulleiter/innen durch ein Bewältigungsverhalten, das langfristig ihre Gesundheit gefährden kann: Verzicht auf Erholung, Freizeit oder Schlaf und ein Arbeitstempo, das als belastend und langfristig nicht durchzuhalten eingeschätzt wird.
  • Ein Grossteil der befragten Schulleiter/innen fühlte sich im Juni 2021 trotz deutlich erhöhtem Arbeitsaufwand mehrheitlich gesund.
  • Ein Viertel der Schulleiter/innen berichten Einschränkungen der Gesundheit, Frauen und unerfahrene Schulleitungen sind besonders gefährdet.
  • Die Anstellungsdauer, das Pensum für Leitungsaufgaben und die IT-Ausstattung waren Ressourcen in der Bewältigung der Pandemie.
  • Weder die Schulstufe, die Schulgrösse noch die Zusammensetzung der Schülerschaft haben einen signifikanten Zusammenhang mit der Gesundheit der befragten Schulleiter/innen.

Der ausführliche Bericht kann hier runtergeladen werden.

Die Studie in den Medien

Pressmitteilung vom 3. November 2021: Hier verfügbar.

  • "Arbeitsbelastung bei Schulleitungen wegen Pandemie hoch" - SRF-Regionaljournal Zentralschweiz: link
  • "Mehr Belastungen bei Schulleitungen" - Höfner Volksblatt: pdf
  • "Schulleitungen leiden unter Pandemie" - Bote der Urschweiz: pdf
  • "Schulleitungen sind häufiger belastet" - Radio Pilatus: link
  • "Belastung von Schulleitungen" - Sunshine Radio: link
  • "Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter sind oft überlastet und erschöpft" - Radio Pilatus: link
  • "Corona bringt Schulleiterinnen an ihre Grenzen" - zentralplus: link

Ziele

Das Projekt untersucht die Arbeitssituation und die aktuellen Belastungen von Schulleitungen, ihren Umgang mit gesundheitsbezogenen Informationen während der Pandemie und in welchem Umfang Schulen einen umfassenden Ansatz der Gesundheitsförderung betreiben.

Das Projekt ist dabei vergleichend angelegt, einerseits werden die Sprachregionen der Schweiz untersucht, andererseits wird die Situation in der Schweiz mit Malaysia verglichen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die Gesundheitsförderung unterscheidet in Abhängigkeit von Faktoren auf schulischer, lokaler und nationaler Ebene.

Dies erfolgt mit einem bestehenden Instrument, das für die beiden nationalen Kontexte Malaysia und Schweiz und vier Landessprachen (Malaiisch, Deutsch, Französisch, Italienisch) modifiziert und angepasst wird. Das Projekt zielt darauf ab, 1) das Instrument unter Schulleitern in der Schweiz und in Malaysia zu validieren und 2) die Gesundheitsförderungsprofile zu vergleichen und 3) und diese mit der Arbeitssituation der Schulleitungen in Verbindung zu bringen. Das Projekt ist auch Teil des internationalen Netzwerks Covid-Health Literacy. In diesem Netzwerk kooperieren Forscherinnen und Forscher weltweit in über 40 Ländern mit dem Ziel Wissen zu generieren, wie man Schulleitungen besser unterstützen kann in ihrer beruflichen Funktion.

Hintergrund

Die Covid-19-Pandemie stellt Schulen und Bildungssysteme auf der ganzen Welt vor besondere Herausforderungen. Diese Krisensituation verstärkt die Notwendigkeit für Schulleitungen und Schulen eine gezielte Gesundheitsförderung zu betreiben, die nicht nur Praktiken vermittelt, die die körperliche Gesundheit fördern (z.B. Massnahmen zur Kontrolle von Covid-19), sondern auch die soziale und psychische Gesundheit fördern. Eine solche umfassende Gesundheitsförderung bezieht alle relevanten Interessensgruppen ein, neben SchülerInnen auch die Lehrpersonen und Eltern. Dieser breite Fokus ist vor dem Hintergrund der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und des social distancings besonders wichtig. Bislang besteht wenig Forschung dazu, in welchem Umfang Schulen einen solchen umfassenden Ansatz verfolgen.

Die aktuelle Forschung rund um die Bewältigung der Covid-19 Pandemie im Schulkontext fokussiert sich bislang stark auf Kinder und Jugendliche, es gibt wenig systematisch gewonnene Erkenntnisse zur Belastung der Schulleitungen.  Um diese Lücke zu schliessen untersucht die Studie die arbeitsbedingte Stressbelastung von Schulleitungen, ihre Arbeitsbewältigungsstrategien und ihre Gesundheit.

Team

Prof. Dr. Guri Skedsmo (Projektleitung), IPP, Pädagogische Hochschule Schwyz, Schweiz

Prof. Dr. Anita Sandmeier (Co-Projektleitung), IPP, Pädagogische Hochschule Schwyz, Schweiz

Simona Betschart (Projektmitarbeiterin), IPP, Pädagogische Hochschule Schwyz, Schweiz

Dr. Donnie Adams, Department of Educational Management, Planning and Policy, Faculty of Education, University of Malaya, Malaysia

Kooperationspartner

Prof. Olivier Perrenoud, Leiter des Kompetenzzentrums LEAD und Mitverantwortlicher für die Schulleitungsausbildung in der Romandie (Fordif)

Prof. Dr. Alberto Crescentini, Dozent und Forscher an der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI)

Prof. Dr. Kevin Dadaczinsky, Hochschule Fulda, Public Health Zentrum Fulda,

Dr. Orkan, Okan, Universität Bielefeld, Interdisziplinäres Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung

Covid Health Literacy-Network (https://covid-hl.eu/)

Scientific Board

Prof. Dr. Haiyan Qian, Co-Director of Asia Pacific Centre for Leadership and Change (APCLC) at The Education University of Hong Kong, Republic of China

Prof. Dr. Helene Ärlestig, Director of Centre for Principal Development, Umeå University, Sweden

Prof. Dr. Ellen Goldring, Peabody College, Vanderbilt University, USA

Prof. Dr. Philip Riley, Director for the Principal Health and Wellbeing Survey, Deakin University, Australia

Prof. Dr. Stephan Huber, Institute for the Management and Economics of Education, University of Teacher Education Zug, Switzerland  

Bezugsgruppen

VSLCH Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz: Lisa Lehner, Vertreterin VSLCH und Schulleiterin in der Volksschule Baden

Allianz Betriebliche Gesundheitsförderung in Schulen

Projektdauer

1. November 2020 bis 31. Dezember 2021

Finanzierung

Das Projekt wird durch das Programm für bilaterale Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit mit Asien der ETH Zürich und die Pädagogische Hochschule Schwyz finanziert.

Kontakt

Sandmeier Anita
T +41 41 859 05 71 anita.sandmeier @ phsz.ch ausführliches Portrait,