Digitale Werkzeuge zur Förderung von Fähigkeiten zum selbstregulierten Lernen

Eigenverantwortliches, selbstreguliertes, lebenslanges Lernen - das sind die heutigen Schlagwörter, wenn es um zeitgemässe Schulbildung in der digitalen Informationsgesellschaft geht.

Die Kompetenzen zum selbstregulierten Lernen, wie sie im Lehrplan 21 auch unter den überfachlichen (methodischen) Kompetenzen aufgeführt sind, werden durch Lehrpersonen in vielfältiger Form im Unterricht gefördert. Es ist jedoch eine grosse Herausforderung für die Lehrpersonen, in selbstgesteuerten Arbeitsphasen allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden.

Digitale Werkzeuge können hier unterstützend wirken, um beispielsweise den eigenen Lern- und Zeitfortschritt besser sichtbar zu machen. Lernende können ausserdem in regelmässigen Abständen digitale Hinweise erhalten, die die Reflexion anregen und ihr Bewusstsein für den eigenen Lernprozess schärfen. In einer digitalen Lernumgebung existieren neue Möglichkeiten hinsichtlich der Formate, der Häufigkeit und des Timings solcher Hinweise, so dass Lernstrategien theoretisch systematisch eingeübt und verinnerlicht und so zukünftig auch ohne technische Unterstützung ganz intuitiv angewendet werden.

Die Studie untersucht, wie sich die Fähigkeiten zur Selbstregulation bei Schülerinnen und Schülern entwickeln. Dazu wurde sowohl eine umfangreiche Unterrichtseinheit als auch ein digitaler learn2learn-Assistenten entwickelt und mit Schulklassen erprobt.

Teilnehmende Schulen

Schwyz Zürich Luzern Obwalden
8 Primarschulen
19 Klassen
über 370 Schülerinnen und Schüler

Lerneinheit «Rätselhafte Gletscher»

Zusammen mit Fachdidaktiker/innen und Lehrpersonen haben wir eine umfangreiche Lerneinheit zum Thema Gletscher entwickelt. Dabei stand das individuelle, selbstständige Arbeiten in einer digitalen Lernumgebung im Vordergrund. In rund sechs Doppellektionen und über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen wurde ein digitales Lernprodukt – eine eigene Seite für ein fiktives Geo-Magazin zur Aufklärung eines rätselhaften Gletscherphänomens – von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet. Dazu waren vielfältige Kompetenzen zur Suche, Erarbeitung und Integration von Informationen aus Texten und Videos notwendig. So wurden Anwendungs- und Medienkompetenzen aus dem Bereich Medien und Informatik mit einem Sachthema aus dem Fach NMG verknüpft.

Digitaler learn2learn-Assistent

Im eingesetzten Lernmanagementsystem LearningView haben wir speziell für die Studie einen learn2learn-Assistenten entwickelt, welcher in Form eines kleinen Monsters die Schülerinnen und Schüler bei der Planung und Überwachung ihres Lernprozesses unterstützt. In einem randomisierten Forschungsdesign arbeitete eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler mit einer vereinfachten und die andere Hälfte mit einer umfangreichen Version. In der einfachen Version half der Assistent beim Planen der Aufgaben jeweils vor einer Doppellektion. Die Kinder wählten ihre Aufgaben je nach verfügbarer Lernzeit für ihre persönliche To-Do-Liste aus und konnten sie von dort aus bearbeiten. Eine Uhr zeigt den Zeitablauf an. In der umfangreichen Version erhielten die Schülerinnen und Schüler sogenannte metakognitive Prompts, d.h. automatische Hinweise und Fragen jeweils vor, während oder nach dem Bearbeiten einer Aufgabe, die zum Nachdenken über und Überprüfen der einzelnen Lernschritte anregen.

Publikationen

Erste Publikationen zu Ergebnissen dieser Studie werden im Sommer 2021 erwartet.

TEAM


Prof. Dr. Doreen Prasse
T +41 41 859 05 56
doreen.prasse@phsz.ch
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Dr. Glena Iten
T +41 41 859 05 17
glena.iten@phsz.ch
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Dr. Michael Hielscher
T +41 41 859 05 36
michael.hielscher@phsz.ch
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Martina Conti
T +41 41 859 05 20
martina.conti@phsz.ch
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Studentische Mitarbeitende:

Rea Minder
rea.minder@phsz.ch

 

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