Projekte Fachdidaktik der Künste

Musikdidaktische Forschung: Klassengesang leiten

Wir erforschen die Fähigkeit, einer Gruppe von 4- bis 8-jährigen Kindern Lieder zu vermitteln, als professionelle Tätigkeit und auch deren Entstehung während der Berufsausbildung. Wir definieren diese Kapazität als einen Komplex bestehend aus Fertigkeiten, Strategien und Wissen, welche sich grossenteils intuitiv, automatisiert und in-situ durch Handlungen des Zeichengebrauchs gegenüber Kindern manifestiert, und welche konventionellen Regeln und Normen folgt. Die Grammatik des Kinderlieds - das normative Referenzsystem - zusammen mit Videoaufnahmen, damit verbundene Interviews und Mikroanalysen dienen dazu, das Leiten von Klassengesang von erfahrene Lehrpersonen und die Entwicklungsverläufe von Studierende zu rekonstruieren und explizit zu machen.

Projektleitung: Stefanie Stadler Elmer & François Joliat (HEP-BEJUNE)

Projektteam: Anna Hürlimann, Armin Wyrsch, Annamaria Savona & Gabriella Cavasino

Finanzierung: SNF Nr. 100019_179182 (2018 - 2021) und Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des TP2 swissuniversities

Räumlich zeichnen lernen. Eine prozessorientierte Studie im Bereich Bildnerisches Gestalten auf der Unterstufe

Das zeichnerische Darstellen von räumlichen Eigenschaften ist herausfordernd, weil dabei drei auf zwei Dimensionen reduziert werden müssen. Das Herstellen einer wohlgeformten Lösung erfordert sowohl geistiges Abstraktionsvermögen (räumliches Denken), Wissen über Normen der räumlichen Darstellung, als auch ästhetisches Urteil. Uns interessiert, wie 7- bis 8-jährige Kinder diese Herausforderung bearbeiten und wie ihre Problemlösestrategien zu beschreiben und zu verstehen sind. Wir untersuchen die Frage, wie einzeln Kinder, von einer Lehrperson begleitet, einen quaderförmigen Raumkörper abzeichnen und dabei räumliche Eigenschaften in der flächigen Darstellung zu integrieren lernen. Anhand von grafisch aufbereiteten Videoaufnahmen analysieren wir diese Vorgänge und beschreiben Konstellationen von Teilhandlungen des Zeichnungsprozesses, wie Blickbewegungen, zeichnerische Handlungen, Gesten und Gespräch in ihrem zeitlichen Verlauf. Damit rekonstruieren wir auf der Seite der Kinder Schwierigkeiten, Problemlösestrategien und emotionale Zustände (zum Beispiel Aha-Erlebnisse), auf der Seite der Lehrperson das Herstellen von Verständigung zum Beispiel durch Zeigen oder Vormachen und daraus hervorgehend Muster von Interaktionen zwischen Lehrperson und Kind.

Projektleitung: Lea Weniger

Betreuung: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie Stadler Elmer

Finanzierung: Qualifikationsstelle Fachdidaktik im Rahmen des TP2 swissuniversities

Abgeschlossene Projekte Fachdidaktik der Künste

Musik im Kita-Alltag: Qualifizierung von Betreuungspersonen

Kleine Kinder interessieren sich für Laute und Klänge und finden so Zugang zu Musik und Sprache. Mit dem ganzen Körper nehmen sie Schallwellen wahr, spielen mit ihrer Stimme und bewegen sich zu Klängen und Lauten. Frühe musikalische Aktivitäten wirken präventiv und unterstützen das Sprechenlernen, das Regulieren von Emotionen, die Koordination von Bewegungen, die Orientierung in Raum und Zeit, den Aufbau von Vorstellungen und Erinnerungen und die kulturelle Integration. Um Kindern schon früh vielfältige Anregungen zu bieten, entwickelten wir ein Modell zur musikdidaktischen Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten. Die Kita-Mitarbeitenden werden in Workshops musikdidaktisch geschult und von einer Mentorin bei der Umsetzung im Alltag begleitet. Musikbezogene Spiele und Liedersingen mit Kindern werden als Lehr- und Lernprozesse videografiert und diskutiert. Die Ziele sind, sich persönlich und als Team musikdidaktisch weiterzubilden und die gemeinsame Musikkultur weiterzuentwickeln, um die Kinder im Alltag zu fördern. Zudem werden die Videofilme analysiert, aufbereitet und mit weiteren Dokumenten zur musikzentrierten Qualitätsentwicklung veröffentlicht.

Projektleitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie Stadler Elmer

Mitarbeit: Armin Wyrsch, Isabella Steffen Meister, Lea Weniger, Anna Hürlimann

Finanzierung: Stiftung Mercator Schweiz, 05/2016 - 10/2017
www.stiftung-mercator.ch/de/projekte/musik-im-kita-alltag/

Internationales Projekt: Developing national music education systems: What are knowledge based strategies?

Immer wieder kürzen Regierungen und Politiker in vielen Ländern das Bildungsbudget. Musikpädagogik wird oft als Luxus missverstanden, der weggelassen werden kann. Als Forschende haben wir starke Argumente für die Notwendigkeit der Musikpädagogik in einer Gesellschaft. Sie sind jenseits oberflächlicher ökonomischer Berechnungen, betreffen aber langfristige Effekte auf affektiver und intellektueller Ebene. Wir sind überzeugt, dass die nationalen Bildungssysteme in unseren Ländern von der Anwendung von Forschungswissen profitieren können. Zentrale Fragen sind, wie Lehrerfortbildung und -programme effizient gestaltet werden können und wie die Qualität der Musikpädagogik auch in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte sichergestellt werden kann.
Salvador, Brasilien, 15.-31. Januar, Konferenz an der Federal University of Bahia, 26.-27. Januar 2016.

Projektleitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Stefanie Stadler Elmer

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Mara Pinheiro Menezes, Prof. Dr. Alda, De Jesus Oliveira, & Prof. Dr. Zuraida Abud Bastiao, Federal University of Bahia, Brazil, & Prof. Dr. Jelena Davidova, Daugavpils University, Lettland

Finanziert durch das Brazilian Joint Research Programme (BSJRP), Leading House: EPFL

Gemeinsame Veröffentlichung: Davidova J. (ed.) (2016). Problems in Music Pedagogy, 15(2), 1-75.

Kontakt

Stefanie Stadler Elmer
Pädagogische Hochschule Schwyz
Zaystrasse 42
CH-6410 Goldau
T +41 41 859 05 75
stefanie.stadler @ phsz.ch